Otto-Braun-Fonds unterstützt Nachwuchswissenschaftler und Künstler an der Universität Kassel

Doktoranden forschen ohne Sorgen

Caroline Theurer

Kassel. Ohne finanzielle Sorgen durch die Doktorarbeit: Mithilfe eines Stipendiums aus dem Otto-Braun-Fonds können sich derzeit 14 Nachwuchswissenschaftler und Künstler an der Uni Kassel ganz auf ihre Dissertation oder Abschlussarbeit konzentrieren.

Darunter Diplom-Biologin Kathrin Muda, die Ursachen der Parkinson-Krankheit erforscht, und die Erziehungswissenschaftlerin Caroline Theurer, die sich mit Kreativitätsentwicklung von Grundschulkindern befasst.

„Ich untersuche ein Eiweißmolekül, das bei genetischem Defekt Parkinson verursachen kann“, sagt Kathrin Muda. Das Protein „LRRK2“ wurde 2004 in Zusammenhang mit dieser Krankheit gebracht. Wissenschaftler wissen zwar seitdem, dass es bei Mutation Nervenzellen im Mittelhirn tötet. „Warum das Protein aber krank macht, ist noch unbekannt“, sagt die 27-Jährige, die ihrer Doktorarbeit genau dieser Frage widmet.

Kathrin Muda

Muda arbeitet am AVZ-Standort in Niederzwehren im Rahmen eines Forschungsprojekts der Universitäten Kassel und Tübingen. Sie und das Team hätten zwar schon erste Erkenntnisse gewonnen und wichtige Hinweise für die Grundlagenforschung geliefert. Mehr möchte die Biologin nicht verraten. Denn um das Molekül hat sich ein internationaler Wettbewerb entwickelt. „Parallel suchen gerade Pharmaunternehmen und Wissenschaftler auf der ganzen Welt nach der Antwort“, sagt sie.

Ohne Kittel und Mikroskop forscht derweil Caroline Theurer am Holländischen Platz. Die 27-jährige Doktorandin untersucht die Kreativitätsentwicklung von Grundschulkindern. „Bekannt ist, dass die Kreativität von Kindern nach ihrer Einschulung stark einbricht“, sagt sie. Geleitet von der Frage, wie Lehrer ihre Schüler fördern können, konzentriert sich Theurer auf drei Unterrichtsfächer: Deutsch, Mathe und Kunst. „Kreativität drückt sich nicht nur in Bastelarbeiten aus“, sagt sie. Kreativ könne auch sein, wer alternative Rechenwege finde oder sich in Gedankengänge fiktiver Figuren hineinversetze.

Speziell im Kunstunterricht erwarte man, dass Schüler ihre Kreativität ausleben können, sagt sie. Ihren ersten Erkenntnisse zufolge, die sie unter anderem aus mehr als 80 Unterrichts-Videos gewonnen hat, ist dem jedoch nicht so: „Im Kunstunterricht kommen viele Ideen von Schülern, die aber meist nicht genutzt werden“. Als Gründe würden oft Unterrichtsziele genannt. „Lehrer sollten aber so flexibel sein, ihre Unterrichtsziele und die Kreativität ihrer Schüler in Einklang bringen zu können“, sagt Theurer, die Teil des Forschungsprojekts „Persönlichkeits- und Lernentwicklung von Grundschulkindern“ ist.

Beide Nachwuchswissenschaftlerinnen wollen ihre Doktorarbeiten im kommenden Jahr abgeben. So unterschiedlich ihre Forschungsthemen auch sind, eines haben sie doch gemeinsam: Sie können sich dank Stipendium ganz in Ruhe auf ihre Arbeit konzentrieren. Fotos: Schaffner

Von Sebastian Schaffner

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