Donnerstags nur Gemüse

Gesundheitsamt will freiwilligen vegetarischen Tag etablieren

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Gemüse und Salat statt Fleisch: Mehr vegetarische Kost wirkt sich positiv auf die Gesundheit und das Klima aus.

Kassel. Die Grünen haben die Idee eines fleischlosen Tages pro Woche auf die politische Bühne gehoben. Das Gesundheitsamt Region Kassel bereitet unabhängig davon bereits seit einiger Zeit die Initiative „Kassel isst veggie“ vor. Sie soll laut Amtsleiterin Dr. Karin Müller im kommenden Frühjahr starten.

Ziel ist die Einführung eines freiwilligen vegetarischen Donnerstags. Die Kampagne setzt auf eine starke Beteiligung von Betriebskantinen, Schul- und Kitaküchen. „An jedem Donnerstag soll das vegetarische Angebot dort besonders hervorgehoben und den Konsumenten schmackhaft gemacht werden“, sagt Müller. Ob an diesem Tag mehr vegetarische als fleischhaltige Gerichte oder ausschließlich Vegetarisches angeboten werde, bleibe den Betreibern selbst überlassen.

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Außerdem soll eine eigene Internetseite über den vegetarischen Donnerstag in der Region Kassel informieren. „Dort können sich alle beteiligten Unternehmen vorstellen und damit auf ihr Engagement für Gesundheit und Klima aufmerksam machen“, sagt die Amtsleiterin. Koordiniert wird die Kampagne im Gesundheitsamt von der Fachstelle Gesundheitsförderung. In Kürze will das Gesundheitsamt über die Wirtschaftsförderung Region Kassel Kontakt zu Unternehmen hinsichtlich einer Beteiligung aufnehmen. Von Schulen und Kindergärten habe man bereits positive Signale erhalten.

Laut Müller ist die Idee für die Initiative am Tag des Klimas während des Hessentags entstanden. Hauptgründe für die Kampagne sind laut Müller zum einen der Auftrag, sich für eine gesunde Ernährung in der Bevölkerung einzusetzen, zum anderen der Schutz des Klimas. „Die Deutschen essen durchschnittlich doppelt so viel Fleisch, wie für eine gesunde Ernährung sinnvoll ist“, sagt Müller. Außerdem gingen 18 Prozent der globalen Treibhausgase auf das Konto der Tierhaltung.

Neu ist die Idee aber nicht. Bundesweit läuft die Kampagne bereits seit einigen Jahren in einer Reihe von Städten – in Münster beispielsweise seit zwei Jahren. Mittlerweile beteiligen sich dort laut Presseamtssprecherin Sigrid Howest etliche Unternehmen und Institutionen wie RWE und Universität an der Kampagne. „Im Großen und Ganzen wird das Angebot gut angenommen, aber es braucht eine gewisse Anlaufzeit“, sagt sie.

Auch in Wiesbaden wurde die Idee vor einigen Jahren propagiert, allerdings mit wenig Erfolg. Das Ernährungsverhalten sei staatlich nicht zu steuern, sagt Dr. Harald Meireis, Leiter des dortigen Gesundheitsamtes. Deshalb hält er auch nichts von solchen Aktionstagen. Kantinen sollten generell vegetarische Gerichte im Angebot haben. „Auch wenn aus gesundheitlicher Sicht sehr viel für mehr vegetarische Kost spricht, muss man den Menschen die Entscheidungskompetenz überlassen“, sagt Meireis.

Von Mirko Konrad

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