Streit zwischen Metal-Fans und Nachthallen-Leitung mit Kompromiss beendet

Donnerstags wird es lauter

Die Kontrahenten beim Schlichtungsgespräch: Julia Regenbogen, Tobias Ott, Julian Raabe und Nachthallen-Chef Joachim Batke (von links) haben sich im Musik-Streit geeinigt. Foto: Herzog

Kassel. Was mit einem Sitzstreik auf der Tanzfläche des Musiktheaters (MT) in den Nachthallen am 10. April begann, fand jetzt ein versöhnliches Ende. Vertreter der Jugendlichen, die mit ihrer Aktion mehr Metal-Musik – eine extrem harte Variante der Rockmusik – forderten, und Nachthallen-Chef Joachim Batke haben sich an einen Tisch gesetzt. Heraus kam ein für beide Seiten tragfähiger Kompromiss: Ab 6. Mai gibt es donnerstags im Musiktheater einen speziellen Metal-Abend.

Zwar konnten Julia Regenbogen (25), Tobias Ott (17) und Julian Raabe (18) nicht begründen, weshalb ausgerechnet sie sich als Sprecher der Kasseler Metal-Fans sehen. Doch die Leidenschaft, mit der sie für ihre Musikrichtung eintraten, wirkte überzeugend. Alle drei beklagten bei dem Gespräch, dass der Anteil der Metal-Musik am Gesamtprogramm des Musiktheaters seit Jahresbeginn rückläufig sei.

Joachim Batke bestätigte dies und führte Gründe für diese Entscheidung an: Die harte Rockmusik ist in zu viele Untergruppen aufgesplittert, von denen jede nur wenige Fans anzieht. Außerdem habe das Interesse an dieser Musik allgemein nachgelassen. Dennoch werde das Musiktheater auch weiterhin ein Ort für alternative Musik bleiben und kein „Disko-Schuppen“ werden.

Donnerstag für Metal-Fans

Damit lag der Kompromissvorschlag schon auf der Hand: Batke bot den Metal-Fans an, künftig donnerstags das Musiktheater zu öffnen und ihnen an diesem Abend eine Plattform für ihre Musik zu bieten. Das Angebot ist verbunden mit der Auflage, dass weder Musik rechtsextremer Bands des Genres aufgelegt wird noch von Bands, die ein rechts-orientiertes Publikum anziehen. Diesen Vorgaben stimmten die Metal-Fans zu.

Von ihnen vorgebrachte Bedenken, dass der Donnerstagabend mit dem darauffolgenden Schul- oder Arbeitstag eventuell weniger Publikum ziehen könnte als ein Abend am Wochenende, konnte Batke zerstreuen. Er verwies auf mehrere Kasseler Clubs und Szenelokale, die mit speziellen Themenabenden unter der Woche genau das Publikum erreichen, das man ansprechen möchte, weil die jeweilige Gruppe dann unter sich ist. Außerdem gebe es donnerstags weniger Konkurrenz.

Um Vorlauf für Werbung zu haben, einigte man sich auf Donnerstag, 6. Mai, als Starttag für den neuen MT-Themenabend. Der soll übrigens alle Metal-Fans ansprechen, auch die, die unter Metal immer noch Judas Priest oder Iron Maiden verstehen. (wd)

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