Kampagne nimmt Fahrt auf – Weiter Luft nach oben

Corona in Stadt und Kreis Kassel: Nun doppelt so viele Impftermine

Corona-Impfung
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Zwischen 500.000 und 700.000 Menschen werden derzeit täglich bundesweit geimpft. Wie viele es in Kassel sind, lässt sich nicht genau sagen. (Symolbild)

Nach zähem Beginn hat die Impfkampagne in Stadt und Kreis Kassel wie überall in Deutschland Fahrt aufgenommen.

Kassel – Zwischen 500.000 und 700.000 Menschen werden derzeit täglich bundesweit geimpft. Wie viele es in Kassel sind, lässt sich nicht genau sagen, Stadt und Kreis sagen aber: Es läuft immer besser.

6351 Impfungen meldete die Stadt jüngst innerhalb einer Woche. Mehr Impfungen gab es nur in den Wochen, als die Praxistage stattfanden – also geballt medizinisches Personal geimpft wurde. „Die Liefermengen haben sich in den letzten vier Wochen erhöht“, sagt Stadtsprecher Claas Michaelis. Allerdings: Es ist noch ordentlich Luft nach oben. Denn im Vergleich zum Start des Impfzentrums hat sich die Anzahl der Impfungen zwar von 450 auf 900 verdoppelt – möglich wären aber mehrere Tausend Impfungen pro Tag.

Auch im Landkreis sind die Impfzahlen deutlich gestiegen: 8064 Impfungen wurden in der vergangenen Woche im Caldener Zentrum verabreicht. Das ist die höchste Zahl an Impfungen innerhalb einer Woche seit Öffnung des Zentrums. Gründe für den Anstieg sind laut Pressesprecher Harald Kühlborn die zusätzliche Terminvergabe durch den Kreis, die Möglichkeit für die über 60-Jährigen, sich mit Astrazeneca impfen zu lassen, und zusätzliche Impfstofflieferungen. „Während wir am 25. März 735 Termine vergeben konnten, waren es am 25. April 1404 – also über der geplanten Kapazität des Impfzentrums von 1200 Terminen“, so Kühlborn.

Auch bei den Hausärzten läuft es mittlerweile besser. „Man kann ausreichend Impfstoff bestellen“, sagt Dr. Uwe Popert, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin. Diese Woche sehe es wie letzte Woche mit den Lieferungen noch knapp aus, ab Mai scheine es aber besser zu werden. Davon geht auch die Kassenärztliche Vereinigung Hessen aus. Derzeit liegt die Bestellmenge pro Hausarzt bei maximal 36 Dosen Biontech und 50 Dosen Astrazeneca pro Woche.

Genaue Zahlen, wie viele Menschen in Stadt und Kreis Kassel bisher in einer Arztpraxis geimpft wurden, gibt es indes nicht. Diese würden nicht einzeln erfasst, teilen sowohl das Robert-Koch-Institut als auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung mit. Auch über die Anzahl der impfenden Praxen gibt es keine Zahlen. Hessenweit wurden bisher 1.353.414 Menschen zum ersten Mal geimpft, 467.168 haben auch ihre Zweitimpfung erhalten (Stand Montag, 26.4.2021).

Corona in Kassel: Wer gehört eigentlich alles zur Impfgruppe 3?

Insgesamt 1,5 Millionen Menschen gehören zur 3. Impfgruppe und dürfen sich in Hessen nun für eine Corona-Impfung registrieren. Zusammen mit den Personen aus den ersten beiden Gruppen sind damit in Hessen mehr als die Hälfte aller Bürger impfberechtigt. Dazu zählen in Gruppe 3:

  • Über 60-Jährige
  • Personen mit Immundefizienz oder HIV-Infektion, Krebserkrankungen, Autoimmunerkrankungen, rheumatologische Erkrankungen, Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Schlaganfall, Asthma, chronisch entzündliche Darmerkrankung, Diabetes mellitus ohne Komplikationen, Adipositas (BMI über 30)
  • Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht in einer Einrichtung leben, die über 60 Jahre alt sind und eine der vorgenannten Erkrankungen haben
  • (Relevante) Mitglieder von Verfassungsorganen, Regierungen und Verwaltungen
  • Mitarbeiter von: Bundeswehr, Polizei, Zoll, Feuerwehr, Katastrophenschutz einschließlich des Technischen Hilfswerks, Justiz und Rechtspflege
  • Personen, die im Ausland bei den deutschen Auslandsvertretungen, für deutsche politische Stiftungen oder Organisationen und Einrichtungen mit Sitz in Deutschland in den Bereichen Krisenprävention, Stabilisierung, Konfliktnachsorge, Entwicklungszusammenarbeit oder auswärtige Kultur- und Bildungspolitik oder als deutsche Staatsangehörige in internationalen Organisationen tätig sind
  • Wahlhelfer
  • Personen, die in besonders relevanter Position in Einrichtungen und Unternehmen der kritischen Infrastruktur tätig sind. Dazu gehören: Apothekenwesen, Pharmawirtschaft, Bestattungswesen, Ernährungswirtschaft, Wasser- und Energieversorgung, Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft, Transport- und Verkehrswesen sowie Informationstechnik und Telekommunikationswesen
  • Beschäftigte, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit niedrigen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig sind, insbesondere in Laboren und Personal, das keine Patienten betreut
  • Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind
  • Personen, die in Einrichtungen und Diensten der Kinder- und Jugendhilfe und in Schulen, die nicht Grund-, Sonder- oder Förderschulen sind, tätig sind
  • Personen, bei denen wegen ihrer Arbeits- oder Lebensumstände ein erhöhtes Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus besteht

(Marie Klement)

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