Stadt und KVG wollen öffentliche Diskussion über Pläne für Innenstadt führen

Debattieren Sie mit: Doppelte oder volle Trams?

Haltestreifen für Doppeltraktion (DT): Weil der Bahnsteig am Friedrichsplatz zur kurz für 60-Meter-Trams ist, wurde markiert, wo gekoppelte Bahnen halten sollen. Dann erreicht die erste Tür des zweiten Wagens die Plattform. Foto: Janz

Kassel. „Wir wollen eine intensive öffentliche Debatte“, sagt Ingrid Steinbach. Der Leiterin des städtischen Straßenverkehrsamtes wäre es lieber gewesen, die Diskussion besser vorbereiten und erst nach den Sommerferien führen zu können.

Aber nachdem die HNA über die Pläne berichtet hat, 60 Meter lange Straßenbahnen durch die Kasseler Fußgängerzone fahren zu lassen, stellt sie sich den Fragen.

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„Wenn noch jemand gute Ideen hat, nehmen wir sie gerne auf“, sagt Ebert. Beiden ist klar, dass das Vorhaben auf Gegenwehr stoßen wird. Oft genug wurde der Tramverkehr in der Innenstadt in Frage gestellt. Aber der Vorschlag sei das Ergebnis von zwei Jahren Überlegungen. „Wir glauben nicht, dass eine Alternative das Problem ähnlich lösen kann“, sagt Ebert. Das Problem sind die regelmäßig überfüllten Straßenbahnen auf der Holländischen Straße. Täglich fahren 17 200 Menschen zwischen Stern und Holländischem Platz. Jeder siebte KVG-Fahrgast steigt auf dieser Strecke zu – wenn er nicht an der Station stehen bleibt, weil die Bahn voll ist.

„Die Situation ist kritisch“, sagt Ebert. Und die Zahl der Studenten und Mitarbeiter der Universität steigt. Die KVG müsse jetzt eine Lösung finden. Das habe Folgen: „Unser Netz ist so komplex, dass jedes Problem, das an einer Stelle gelöst wird, Probleme an einer anderen Stelle zur Folge hat“, sagt Ebert. Es sei ein Abwägungsprozess: Mehr Platz in den Trams auf der Holländischen Straße einerseits, lange Trams in der Innenstadt andererseits. „Das ist die Lösung, die uns am sinnvollsten erscheint.“

Die städtischen Ämter würden den Vorschlag nun kontrollieren, von Fragen der Verkehrssicherheit bis zur Barrierefreiheit, sagt Steinbach. Auch die Pläne für den Umbau der Holländischen Straße: „Wir werden alle Konsequenzen prüfen.“ Dabei würden auch Gruppen wie der Behinderten- und Seniorenbeirat gehört. Außerdem verspricht Steinbach, die Pläne öffentlich vorzustellen. Das alles werde Zeit kosten. Wenn das dazu führe, dass sich der für die Herbstferien geplante Baubeginn an der Holländischen Straße verzögert, dann sei das eben so: „Erst müssen wir diese Debatte führen“, sagt Steinbach.

Von Marcus Janz

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