Doppelter Abi-Jahrgang: Mehr als 7500 neue Studienplätze stehen bereit

Hannover. Wegen des doppelten Abitur-Jahrgangs und der Aussetzung der Wehrpflicht sind 7511 zusätzliche Studienplätze an Niedersachsens Universitäten und Hochschulen eingerichtet worden.

Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) sieht die Hochschulen für den erwarteten Ansturm von Studienanfängern gut gerüstet.

„Alle Studienplätze, die wir brauchen, sind da“, sagte sie am Dienstagabend in Hannover. Die Uni Hannover kann zum kommenden Wintersemester 1015 zusätzliche Erstsemester aufnehmen, die Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel (Ostfalia) stellt 975 zusätzliche Plätze zur Verfügung, die Uni Göttingen 908 und die Fachhochschule Hannover 830 Plätze. Die Fachhochschule Osnabrück kann 749 Erstsemester mehr als ursprünglich geplant aufnehmen, die TU Braunschweig 650.

Allerdings müssen sich Studienanfänger in Niedersachsen im Herbst auf eine Sechs-Tage-Woche, Vorlesungen bis abends um 22 Uhr sowie Kompaktseminare in den Semesterferien gefasst machen. Hektik oder gar Hysterie angesichts der nie dagewesenen Situation seien aber völlig fehl am Platz, betonte die Ministerin.

Wanka bekräftigte, dass sie „zur Zeit“ an Studiengebühren festhalten wolle. Niedersachsen ist neben Bayern das einzige Land, in dem Studierende weiterhin 500 Euro pro Semester zahlen müssen. „Alles Geld kann für Qualitätsverbesserung aufgewandt werden“, sagte sie.

In ihrer Zeit als Wissenschaftsministerin in Brandenburg hatte sich Wanka nicht für Studiengebühren stark gemacht. „Studienbeiträge sind nicht per se gut oder schlecht“, sagte sie in Hannover. In Niedersachsen gebe es laut einer Studie keine Abwanderung von Studenten aufgrund der Beiträge.

Von den 7000 Studenten der Ostfalia, stammten 1000 aus Sachsen-Anhalt, wo keine Gebühren erhoben werden, erklärte die Ministerin. „Es wird auf jeden Fall schwieriger, von der Diskussion her, von der Wahrnehmung“, räumte sie ein. Nach dem grün-roten Wahlsieg in Baden-Württemberg stehen dort die Studiengebühren vor dem Aus. Auch in Hamburg soll es bald keine finanziellen Belastungen für Studenten mehr geben. (lni)

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