Doppelter Abijahrgang wird Belastungsprobe für Göttinger Wohnungsmarkt

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Aushang in der Mensa: Der doppelte Abiturjahrgang wird die Lage am Wohnungsmarkt verschärfen. Auf Plätze in Wohnheimen dürfen die Studienanfänger kaum hoffen.

Göttingen. Der Göttinger Wohnungsmarkt steht vor einer Belastungsprobe: 1000 zusätzliche Studienanfänger werden zum Wintersemester erwartet. Doch während die Uni zusätzliche Studienplätze bereitstellt, wächst die Kapazität der Studentenwohnheime nicht.

„Es ist anzunehmen, dass sich die Lage weiter verschärfen wird“, sagt Dr. Jörg Magull, Geschäftsführer des Studentenwerks. 1000 Leute stünden bisher auf der Warteliste für die 4600 Wohnheimplätze. Und die Wohnungssuche für das kommende Semester hat noch gar nicht richtig begonnen.

Durch den doppelten Abiturjahrgang und das Aussetzen der Wehrpflicht werden in diesem Jahr deutlich mehr Erstsemester in Göttingen erwartet. In den vergangenen Jahren hatten sich etwa 5000 Studienanfänger zum Wintersemester eingeschrieben. Die Abiturienten werden sich erfahrungsgemäß ab Juni nach einer Bleibe in der Stadt umsehen, wenn die ersten Zulassungsbescheide rausgehen.

Spielraum für eine Erweiterung hat das Studentenwerk nicht: Es muss in den nächsten zehn Jahren ohnehin 16,6 Millionen Euro investieren, um das bestehende Wohnheimangebot zu modernisieren.

Den Erstsemestern bleibt also nur der freie Wohnungsmarkt. Dort gibt es theoretisch genug Wohnfläche: „Nach unseren Schätzungen haben wir drei bis vier Prozent Leerstand“, sagt Rolf-Georg Köhler, Geschäftsführer der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Das wären etwa 1500 bis 2000 Wohneinheiten.

Fraglich sei allerdings ob Preisgefüge und Qualität dem Bedarf der Studenten entsprechen. (gör)

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