Ärger bei Bode-Mutter in München

Dr. Jürgen Cammann legt Schaltbau-Vorstandsmandat nieder

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Dr. Jürgen Camman

Kassel. Dicke Luft beim Schaltbau-Konzern, zu dem auch der Kasseler Bahn- und Bustüren-Bauer Bode zählt: Nach zwei Gewinnwarnungen  tritt Vorstandssprecher Dr. Jürgen Cammann ab.

Als Begründung nennt er „kontroverse Vorstellungen bezüglich der Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat“. Über Cammanns Nachfolge soll kurzfristig entscheiden werden.

Was genau sich hinter dieser schmallippigen Formulierung verbirgt, lässt die Schaltbau AG offen. Fakt aber ist, dass es in der Führungsetage seit Längerem rumort. Im Juni erst nahm Finanzschefin Elisabeth Prigge ihren Hut, und einen Monat später verließ Dr. Ernst Raphael, bis dahin langjähriger Chef von Bode in Kassel, das Unternehmen.

Offenbar hängt die Führzungskrise mit der jüngsten Gewinnwarnung zusammen. So hat Schaltbau vor zwei Wochen die Ergebnisprognose von 21 auf nunmehr 10,2 Millionen Euro nach unten korrigiert. Die ursprüngliche Prognose lag sogar bei 41,5 Mio. Euro und damit vier mal höher als jetzt. Begründet wird dies mit einem starken Rückgang des China-Geschäfts sowie mit rückläufigen Bestellungen im Bereich Bahntüren und Bremsen.

Besonders pikant am Rücktritt Cammanns: Seine Familie ist mit einem Anteil von 11,62 Prozent größter Schaltbau-Aktionär. Der zweite starke Ankeraktionär ist die Familie Zimmermann. Die Frage ist nun, ob Cammann seine Anteile behält.

680 Beschäftigte

Bode Kassel ist mit 680 Beschäftigten das konzernweite Kompetenz- und Entwicklungszentrum für Bahn- und Bustüren. Ob die aktuelle personelle Entwicklung Auswirkungen auf den Standort hat, ist offen. In einer Mitteilung von Anfang November heißt es allgemein, dass der Vorstand beschlossen habe, den Ertagsproblemen mit Restukturierungsprogrammen entgegenzuwirken. 

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