Dramatische Hochseil-Show beim Kasseler Bergparkfest

Kassel. Atemberaubende Hochseil-Artistik beim Bergparkfest am Samstag ließ Erwachsene die Luft anhalten und Kinder die Hände vor die Augen schlagen: Völlig ungesichert zeigten Mitglieder der Artistenfamilie Traber bis zu 52 Meter hoch über der Schlosswiese ihre Kunststücke. Das Spektakel wurde von tausenden Besuchern verfolgt.

Nicht wie angekündigt Seniorchef Johann Traber, sondern sein Neffe Franz Bügler hatte sich aufs 220 Meter lange Schrägseil gewagt, das vom Weißensteinflügel bis kurz vor den Fontänenteich im 14-Grad-Winkel gen Himmel stieg. An einem hohen Mast, der von einem Lkw getragen wurde, war das andere Seilende befestigt. Sicheren Schrittes arbeitete sich der 28-Jährige mit seiner Balancierstange Meter um Meter auf der immer steileren Strecke vor - teilweise sogar im Rückwärtslauf. Ein Raunen ging durch die Menge tief unter ihm, als Bügler nach drei Vierteln des Weges auf dem dünnen Seil einen Drehsprung zeigte und federnd in Gegenrichtung wiederTritt fasste. „Ich kann gar nicht hinsehen“, entfuhr es einer Zuschauerin.

Fotos: Das Kasseler Bergpark-Fest, Teil 1

Das Kasseler Bergpark-Fest

„Bitte auf keinen Fall an den Abspannseilen wackeln“, hatte der Schauspieler Mike Reichenbach als Moderator des Spektakels dem Publikum eingeschärft. Noch riskanter für den Mann auf dem Seil wurde sein zweiter Anlauf: Dazu ließ sich Bügler eine Augenbinde anlegen und zusätzlich einen blickdichten Sack über den Kopf werfen. „Da sieht man absolut nichts“, bestätigte Zuschauerin Brigitte Folz, die das Utensil auf Bitten der Artistentruppe hin getestet hatte.

Fotos: Das Kasseler Bergpark-Fest, Teil 2

Das Kasseler Bergpark-Fest, Teil 2

Wieder, diesmal aber blind, ging es hinauf in Richtung Himmelsblau. Und diesmal packte Bügler sogar die volle Strecke an, die sich auf dem letzten Teilstück als gefährliche Steilkurve zum Mast hin wölbte. „Wenn man sich einmal entschieden hat, über einen gewissen Punkt hinaus zu gehen, ist weder Anhalten noch Umkehren möglich“, erläuterte Johann Traber junior fast 40 Meter weiter unten am Rande der Wiese.

Tosenden Applaus erntete der Artist, als er unversehrt den Mast erreicht hatte. Dort übernahm es dann die 25-jährige Anna Traber, dem Publikum weiteren Nervenkitzel abzuverlangen: Die junge Artistin kletterte zu dramatischer Musik hoch auf die dünne Mastspitze, die wie ein Weidenzweig in der heißen Frühlingsluft schwankte, und zeigte dort akrobatische Figuren. Auch sie wurde begeistert gefeiert, als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte.

Die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) hatte das bestens besuchte Fest gemeinsam mit Kassel-Marketing und diversen Kulturorganisationen auf die Beine gestellt, um öffentliche Begeisterung für das Vorhaben zu wecken, den Bergpark Wilhelmshöhe in die Unesco-Liste des Weltkulturerbes eintragen zu lassen. Der Park gehöre der Öffentlichkeit, hatte MHK-Chef Prof. Bernd Küster in seinen Begrüßungsworten betont und dazu eingeladen, die einzigartige Parkanlage bei einem fröhlichen Fest „mal ganz schwerelos zu erleben. Wieviel Nervenkitzel die Schwerelosigkeit mit sich bringen kann, erlebten die Gäste bei der tollkühnen Show der Trabers, die sich im Lauf des Abends ein weiteres Mal aufs Hochseil wagten. (asz)

Rubriklistenbild: © Schachtschneider

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