Umweltschutz ein Grund für drastische Kostensteigerung

Drastische Kostensteigerung: A44 wird 300 Millionen Euro teurer als geplant

Kassel. Die Autobahn A44 zwischen Kassel und Eisenach wird um mehrere hundert Millionen Euro teurer als bisher geplant. Nach HNA-Informationen könnte sie über 1,7 Milliarden Euro kosten. Bisher war man von maximal 1,4 Milliarden Euro ausgegangen. Und das war schon eine satte Steigerung.

Offiziell bestätigt wurden vom hessischen Verkehrsministerium gegenüber der HNA Kosten von nun 1,6 Milliarden Euro. Die Finanzierung der Autobahn ist trotz der immensen Kostensteigerung nicht gefährdet. Da sie zu den Verkehrsprojekten deutsche Einheit gehört - sie ist das letzte Projekt, das realisiert wird -, wird die 63 Kilometer lange Autobahn voll von der Bundesregierung finanziert.

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Die Kosten für die A 44 sind vor allem in den vergangenen Jahren kräftig geklettert. Im Jahr 2001 errechnete man, dass sie 900 Millionen Euro kosten würde. Dann stiegen die Kosten auf über eine Milliarde, im Jahr 2007 war man schließlich bei 1,4 Milliarden Euro angelangt. Diese Summe kursierte bisher sozusagen als offizielle Kostenangabe.

Auch bei der hessischen Landesregierung spricht man von einer „horrenden Kostensteigerung“. Die Ursachen: Zunächst sei eine allgemeine Kostensteigerung zu verkraften - die Baupreise seien schließlich gestiegen. Zudem habe man viel mehr für den Umweltschutz ausgeben müssen, als anfangs gedacht.

Aus dem Archiv: Startschuss für Weiterbau der A 44

Startschuss für Weiterbau der A 44

Ein Beispiel hierfür ist der Autobahnabschnitt zwischen Helsa-Ost und Hessisch Lichtenau-West. Noch vor zwei Jahren war man von Kosten von 241 Millionen Euro für die 5,9 Kilometer lange Teilstrecke ausgegangen. Nun wird sie 327 Millionen Euro kosten. Teuer ist hier vor allem der Tunnel Hirschhagen - mit 4,1 Kilometern ist er der längste Straßentunnel Hessens. Er wurde für 50 Millionen Euro extra verlängert, um Kamm-Molche zu schützen. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) findet das richtig: Die betroffene Molch-Population stehe stellvertretend für ein ganzes Ökosystem.

Von Frank Thonicke

Weitere Hintergründe zum A44-Bau lesen Sie in der Freitagsausgabe der HNA.

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