Gala im Capitol

Dreharbeiten für den Film "EneMe" sind in Kassel gestartet

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Und bitte: Fünf Szenen wurden in der Fatima-Kirche gedreht.

Kassel. Am Mittwoch sind die Dreharbeiten zu dem Drama "EneMe" in Kassel gestartet. 

 „Und bitte“ ist am Mittwochvormittag in der Fatima-Kirche in Bad Wilhelmshöhe zu hören. Es ist mucksmäuschenstill, man traut sich kaum, Luft zu holen. Alle Blicke konzentrieren sich auf den Schauspieler Thure Riefenstein („Die Wanderhure”,“Kommissarin Lucas”), der vom Eingang der Kirche zum Altar schreitet, um dort innezuhalten.

Der 51-jährige Künstler spielt die Hauptrolle in der deutsch-russischen Koproduktion „EneMe“, die seit Mittwoch in Kassel gedreht wird. In den kommenden sechs Wochen wird die Kasseler Produktionsfirma „Jakale Film” in und um Kassel mit bekannten Schauspielern wie Riefenstein, Udo Schenk („Elser”), Dennis Mojen („Tatort”), Adam Bousdoukos („Soul Kitchen”) und Sophia Thomalla („Alarm für Cobra 11”) den Thriller drehen, der im Herbst 2018 ins Kino kommen soll.

Riefenstein spielt Chris, der jahrelang in einem russischen Gefängnis gesessen hat. Nach seiner Entlassung kehrt er nach Deutschland zurück. Sein Vater, der Patriarch Leonard, betreibt von Kassel aus einen illegalen Waffenhandel unter dem Deckmantel eines Sarg-Unternehmens. Er will die Geschäfte an seine Söhne Chris und André übergeben. Doch Chris ist im Gefängnis ein gläubiger Mensch geworden und will mit den kriminellen Machenschaften seines Vaters nichts mehr zu tun haben. Der Vater-Sohn-Konflikt ist programmiert.

Regisseur und Hauptdarsteller im Gespräch: Jakob Gisik (links) und Thure Riefenstein, der Chris in dem Thriller „EneMe“ spielt, diskutierten am Mittwoch über eine Szene in der Fatima-Kirche in Bad Wilhelmshöhe.

Beim ersten Drehtag standen nur fünf Szenen mit dem Hauptdarsteller in der Fatima-Kirche an. „Wir wollten einen relativ entspannten Start, bei dem sich das Team zusammenfinden kann“, sagt Producer Andreas Friedrichs. Das Filmteam, das aus 50 Leuten besteht, kommt aus ganz Deutschland. Derzeit gebe es in Kassel noch nicht so viel Fachpersonal, sagt Friedrichs. „Das ändert sich hoffentlich bald. Wir wollen ja auch ausbilden.“ Künftig sollen junge Menschen bei der Produktionsfirma Jakale mit Sitz in Bettenhausen beispielsweise auch eine Ausbildung zum Kamera- oder Schnittassistenten machen können.

Dass die Fatima-Kirche zum Drehort wird, sei ein Herzenswunsch von Regisseur Jakob Gisik gewesen, sagt Adnan G. Köse, der das Drehbuch für „EneMe“ geschrieben hat.

Gisik ist davon fasziniert, dass die Kirche in Bad Wilhelmshöhe auch aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs gebaut worden ist. Das habe viel Symbolkraft. Zuerst sei es gar nicht so einfach gewesen, das Bistum Fulda, zu dem die Kirche gehört, für die Idee zu gewinnen, sagt Köse. Die katholische Kirche habe schon mal schlechte Erfahrungen mit einem Filmteam in Kassel gemacht. Da sei einfach von einem Altar gegessen worden. „Zum Glück habe ich einen Freund, der Priester ist“, sagt Köse. „Der hat das Bistum dann überzeugt.“

Producer und Hausherr: Andreas Friedrichs (links), der die ganzen Dreharbeiten im Vorfeld organisiert hat, beobachtete mit Pfarrer Paul Schupp die Dreharbeiten in der Kirche.

Auch er habe es begrüßt, dass in der Fatima-Kirche der Film gedreht wird“, sagt Pfarrer Paul Schupp. Schließlich handele es sich um einen ernsthaften Film, bei dem die Würde und die Heiligkeit der Kirche bewahrt blieben, sagt Schupp. Der Hauptdarsteller nutze die Kirche ja als Ort der Besinnung und des Nachdenkens. Dadurch werde unterstrichen, dass die Kirche ein Ort sei, wo man neuen Halt und Hoffnung findet.

Bei einer Gala am Samstag, 25. November 2017, sollen im Capitol in Kassel erste Szenen von „EneMe“ präsentiert werden.

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