"Modellregion inklusive Bildung"

Drei Förderschulen in Kassel verschwinden

Kassel. Kassels Schullandschaft steht vor einschneidenden Veränderungen: Drei von vier Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen und Sprache werden in den nächsten Jahren verschwinden.

Hintergrund ist der Start in die sogenannte „Modellregion inklusive Bildung“. Dahinter verbirgt sich das Recht aller Schüler – ob mit oder ohne Beeinträchtigung oder Behinderung – eine Regelschule zu besuchen. Dies führt in den kommenden Jahren auch zu einem Rückbau von Förderschulen: Bis Sommer 2019 sollen die stationären Förderklassen an der Astrid-Lindgren-Schule sowie an der Mönchebergschule, und bis 2021 an der Pestalozzischule abgebaut werden. In allen Regelschulen sollen indes inklusive Angebote für sämtliche Förderschwerpunkte vorgehalten werden. Das ist das erklärte Ziel des Kooperationsvertrags zwischen dem Schulträger, Stadt Kassel und Kultusminister Dr. Alexander Lorz (CDU). Kommendes Schuljahr tritt er in Kraft.

Personal und Ausstattung gehen künftig „mit den Schülern aus den Förderschulen in die Regelschulen“, sagt Schuldezernentin Anne Janz (Grüne). So könnten allein aus dem Rückbau der zwei Förderschulen Mönchebergschule und Pestalozzischule bis zu 424 000 Euro jährlich für die inklusive Beschulung zur Verfügung gestellt werden. Nicht benötigte Mittel im Investitionshaushalt der Stadt beziehungsweise Erträge aus Verkauf oder Vermietung frei werdender Immobilien könnten für den barrierefreien Um- und Ausbau und in die Ausstattung inklusiv arbeitender Regelschulen verwendet werden. Damit könne auch der notwendige Ausbau an einzelnen Grundschulstandorten abgefedert werden, sagt Janz.

In Folge der Vereinbarung zwischen Stadt und Land wird es künftig in Kassel ein regionales Beratungs- und Förderzentrum an der Astrid-Lindgren-Schule in Wehlheiden geben. Die Förderschullehrer, die in den Regelschulen arbeiten, werden hier angebunden sein.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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