Letzter Abschnitt der Sanierung am Bundessozialgericht im Juni beendet

Drei Jahre Lärm und Staub

Wolfgang

Kassel. Vom Wohnzimmerfenster seiner Wohnung an der Regentenstraße (Vorderer Westen) hat Wolfgang Rudolph (75) die Baustelle des Bundessozialgerichts täglich im Blick. „Das geht jetzt seit über zweieinhalb Jahren so, es reicht“, sagt der Rentner. Seit dem Frühjahr 2008 müsse man mit Lärm und Schmutz von der Baustelle leben. Insbesondere der feine Staub sei eine Plage.

Wolfgang Rudolph und seine Nachbarn an der Regentenstraße haben das Schlimmste wohl überstanden. Das sichert zumindest der Verwaltungsleiter des Bundessozialgerichts, Harald Friedrichs, zu. Bis Mitte Juni sollen die Arbeiten an dem Seitentrakt abgeschlossen sein. Ursprünglich war dessen Sanierung gar nicht vorgesehen. Vom Gericht wird er nicht genutzt. Durch das Konjunkturprogramm des Bundes gab es aber doch noch eine Finanzspritze in Höhe von 850 000 Euro.

Jetzt werden rund 1000 Quadratmeter Bürofläche hergerichtet, die vermietet werden sollen. „Wir haben die Flächen auch dem Land Hessen angeboten, aber bisher gab es keine Rückmeldung“, sagt Harald Friedrichs. Er ist optimistisch, dass man die sanierten Räume in unmittelbarer Nähe zum IC-Bahnhof ab dem Sommer vermieten kann.

Für die von den Bauarbeiten genervten Anwohner hat er Verständnis. „Es gab schlimme Phasen, aber es wird besser“, verspricht er. Zu einem geplanten Tag der offenen Tür in den sanierten Räumlichkeiten sollen die Nachbarn persönlich eingeladen werden.

Neuer Plenarsaal

Die hatten bereits nach dem Abschluss der Arbeiten am Hauptgebäude des Bundessozialgerichts auf mehr Ruhe gehofft. 41 Millionen Euro hat es gekostet, das frühere Generalkommando (Baujahr 1938) auf Vordermann zu bringen. Im April 2010 war dieses Projekt nach fast zwei Jahren Bauzeit abgeschlossen. Neues Herzstück des Areals ist der markante Plenarsaal im Innenhof des höchsten deutschen Sozialgerichts, der nach der Kasseler Juristin und Politikerin Elisabeth Selbert benannt ist.

„Damals habe ich gedacht, wir hätten es geschafft“, sagt Anwohner Wolfgang Rudolph. Gut drei Jahre nach dem ersten Spatenstich soll es im Juni endlich so weit sein.

Von Thomas Siemon

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