Änderung bei städtischer Parkkarte

Drei Kasseler Parkhäuser haben neuen Betreiber

Das städtische Parkhaus Garde-du-Corps an der Fünffensterstraße in Kassel
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Sichtlich heruntergekommen: Das städtische Parkhaus Garde-du-Corps an der Fünffensterstraße verfügt über 360 Autostellflächen, von denen etliche an Dauermieter vergeben sind.

Die Stadt Kassel hat das Management dreier Parkhäuser in neue Hände gegeben. Deswegen gilt die Kasseler Parkkarte vorerst nur noch in der Tiefgarage unter dem Friedrichsplatz.

Kassel – Mit dem Jahreswechsel haben sich die Pacht- und Betreiberverhältnisse für drei städtische Parkhäuser geändert: Das Parkhaus Garde-du-Corps an der Fünffensterstraße, das Parkhaus Martinskirche an der Obersten Gasse sowie das Parkhaus Jägerstraße nahe dem Stern werden nicht mehr von der Parkhausgesellschaft der Stadt Kassel (PHG) gemanagt, sondern sind in die Zuständigkeit der Würzburger Stadtverkehrs-GmbH (SVG) übergegangen – einem der größten Dienstleister für Parkraumbewirtschaftung in Deutschland.

Das bringt für viele Autofahrer vorerst eine Einschränkung mit sich: Die mit Geldguthaben aufladbare „Kasseler Parkkarte“ kann in den Parkhäusern Garde-du-Corps und Martinskirche bis auf Weiteres nicht genutzt werden, teilt die Stadt Kassel mit. Momentan werde die Karte nur in der Tiefgarage unter dem Friedrichsplatz akzeptiert. Grund ist offenbar, dass sich die dort weiterhin von der PHG betriebene Abrechnungstechnik nicht mit den Automaten der neuen Betreiber in den anderen Parkhäusern versteht. Für diesen Umstand werde die Stadt „mittelfristig eine Lösung suchen“, heißt es aus dem Rathaus.

Während das Parkhaus Martinskirche am Dienstag laut Aushang „wegen Revisionsarbeiten“ geschlossen war, konnte man im geöffneten Parkhaus an der Fünffensterstraße beobachten, wie Techniker gerade die Kassenautomaten umrüsteten. Das Parkhaus an der Jägerstraße spielt für Gelegenheitsparker keine Rolle, alle 160 Stellplätze dort sind dauerhaft vermietet.

Anlass für den Betreiberwechsel war nach Angaben eines Stadtsprechers, dass der Management-Vertrag für diese drei Objekte mit der Parkhausgesellschaft der Stadt Kassel zum Jahresende ausgelaufen ist. Gesellschafter der PHG sind zu je 50 Prozent die Stadt Kassel sowie die Jochinger Bauconsulting und Projektmanagement GmbH. Für den Betrieb von Kassels größtem Parkhaus, der Tiefgarage unter dem Friedrichsplatz mit fast 1000 Stellplätzen, sind die Partner nach wie vor durch komplexe Vertragsbeziehungen verbunden.

Vorübergehend geschlossen: Auch das Parkhaus Martinskirche steht jetzt unter neuem Management.

Was die anderen Parkhäuser angeht, gelte es „nach Jahren der guten partnerschaftlichen Zusammenarbeit“ mit Jochinger „das für die Innenstadt sehr relevante Thema Parken mit Blick auf die Anforderungen der Zukunft auszurichten“, sagte der Stadtsprecher. Hier stehe das Würzburger Unternehmen SVG für Innovation und arbeite beispielsweise an der Einführung des ticketlosen Parkens, wobei das Autokennzeichen automatisch erfasst wird, der Kunde ohne anzuhalten ein- und ausfährt und seine Parkgebühr dann per App oder Online-Konto begleichen kann. Auch der Ausbau von E-Ladesäulen in den Parkhäusern stehe dem Bedarf folgend auf dem Plan.

In Kassel ist die Würzburger SVG nach Angaben der Stadt bereits als Dienstleister für die Parkhäuser im City-Point sowie des Kaufhauses Galeria tätig. Dort werden die Parkgebühren von den betreffenden Handelsunternehmen festgelegt. Für die städtischen Parkhäuser kann davon ausgegangen werden, dass die Tarife erst einmal stabil bleiben, denn jede Änderung müsste politisch begründet und beschlossen werden.

Interessant dürfte in naher Zukunft werden, wie sich die Stadt Kassel die Ertüchtigung der drei unter neuem Management stehenden Parkhäuser vorstellt. Dass die Gebäude teils stark heruntergekommen oder zumindest nicht mehr zeitgemäß sind, ist schon seit Jahren als kostspieliges Problem erkannt. Selbst in der relativ neuen Tiefgarage Friedrichsplatz, wo im vergangenen Jahr einer der beiden Abschnitte für rund zwei Millionen Euro saniert wurde, sind noch einige bauliche Mängel zu beheben. (Axel Schwarz)

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