Kreis Kassel reagiert auf stärkeren Zustrom aus Krisenländern

Drei neue Unterkünfte für Asylbewerber

Kreis Kassel. Drei neue Unterkünfte für Asylbewerber stellt der Landkreis Kassel bereit, weil die Zahl der Zuweisungen vom Regierungspräsidium Darmstadt in diesem Jahr wieder deutlich gestiegen ist.

„Das Auffanglager in Gießen ist voll“, sagte Vizelandrätin Susanne Selbert (SPD) am Freitag bei der Vorstellung des Konzepts. Die Zahl der zu Jahresbeginn 300 Asylbewerber im Kreis steige daher bis Ende des Jahres 2012 um 280 Menschen.

Geschichte der Asylbewerber in Stadt und Landkreis Kassel

Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es noch 108 Neuankömmlinge. Verteilt werden die neuen Asylbewerber im Landkreis auf drei neue Standorte:

• Das zurzeit leerstehende Hotel Rosengarten in Niedervellmar direkt an der B 7/B83. Dort finden nach Auskunft Selberts bis zu 40 Asylbewerber eine Unterkunft.

• Das leer und zum Verkauf stehende Freizeitheim Rotte Breite bei Nieste. Es ist mit 30 Asylbewerbern - meist Familien - schon voll belegt.

• Ein Mannschaftsgebäude der ehemaligen Pommernkaserne in Wolfhagen-Gasterfeld, das dem Kreis gehört und bis Ende des Jahres für 60 Asylbewerber umgebaut wird.

Schon seit 2006 gibt es eine Unterkunft in Fuldatal-Ihringshausen, die mit 116 Asylsuchenden belegt ist. Der Rest ist laut Selbert in Privatwohnungen untergebracht.

Grund für den Anstieg sind nach Auskunft der Vizelandrätin die zunehmenden Krisenherde in der Welt. Demnach stammt zurzeit rund ein Drittel der Asylbewerber aus Afghanistan, es folgen die Herkunftsländer Iran, Somalia und jetzt auch Syrien.

Das erhöht auch die Kosten: 2,25 Millionen Euro zahlte der Landkreis 2011 für die Versorgung der Asylbewerber, wovon 965 000 Euro das Land Hessen übernahm. Knapp 1,3 Millionen Euro blieben am Kreis hängen. Für das kommende Jahr erwartet Selbert für den Kreis zusätzliche Kosten von 400 000 Euro. Die Stadt Kassel hat aktuell 172 (2011: 128) Asylbewerber.

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