Bandidos weisen Vorwürfe zurück

Rockerclubs in Kassel aktiv: Polizei beobachtet Szene

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Kassel. Der Rockerclub Bandidos, dessen Ableger in einigen Städten wegen Verwicklungen in die organisierte Kriminalität verboten wurden, hat Ende November einen neuen Stützpunkt im Kasseler Stadtteil Rothenditmold eröffnet.

Während die Polizei zur Eröffnung mit einem massiven Polizeiaufgebot präsent war, beteuert der Präsident der Bandidos Kassel im HNA-Gespräch, dass sich seine Clubmitglieder in keiner Weise kriminell betätigten.

Das Hessische Landeskriminalamt teilt mit, dass es die nordhessische Rockerszene „aufmerksam beobachte“. Bei den Straftaten gehe es landesweit um „Einzelfälle“, die Mitgliedern der Gruppierungen zuzuordnen seien.

Bernd Carstensen, stellvertretender Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter und Rockerclub-Experte, sieht deutliche Unterschiede bei den Ortsvereinen (Chaptern und Chartern) der Clubs. Es gebe Ableger, die würden lediglich ihre Leidenschaft für das Motorradfahren ausleben, und insofern gehe keine Bedrohung von ihnen aus. Die Polizei müsse aber genau beobachten, ob sich Mitglieder aus verbotenen Ortsgruppen in einem Ableger der Clubs organisierten.

Über die Bandidos Kassel ist bekannt, dass ein 27-jähriges Mitglied in der rechten Szene aktiv war und wegen Schlägereien vor Gericht stand. Die Bandidos bekunden, das Mitglied habe sich von dieser Gesinnung abgewandt. Überhaupt fühlen sich die Mitglieder zu Unrecht diskriminiert. Sie seien weder im Rotlichtmilieu, noch im Drogen- oder Türsteher-Geschäft aktiv. Ihren Nachwuchs rekrutieren die Bandidos vom Motorradclub Chicanos, der im Sommer in Kassel gegründet wurde. Die Bandidos gibt es seit 1999 in Kassel, sie hatten aber seit 2010 kein Clubhaus mehr.

Neben den Bandidos und Chicanos sind als Rockerclub noch die Red Devils in Kassel (Bettenhausen) vertreten. Der Club unterstützt die Hells Angels.   

Von Bastian Ludwig

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