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Dritte Klasse der Unterneustädter Schule drehte mit Profis einen Film

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Von: Amir Selim

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Film ab: Kaleab (links) und Ediz als Schauspieler, Anas nimmt den Ton auf und Amir ist Kameramann. Regisseurin Isabell Caps-Kuhn leitet die Dreharbeiten im Haus der Jugend.
Film ab: Kaleab (links) und Ediz als Schauspieler, Anas nimmt den Ton auf und Amir ist Kameramann. Regisseurin Isabell Caps-Kuhn leitet die Dreharbeiten im Haus der Jugend. © Amir Selim

Ein Thema auswählen, ein Drehbuch schreiben, die Kamera bedienen und schauspielern: Das alles haben die Drittklässler der Unterneustädter Schule kürzlich gemacht.

Kassel – Sie sind Teil des Filmprojekts „Klappe Auf!“ vom Landesverband Kinder- und Jugendfilm Berlin, erklärt Uwe Jakubczyk. Er ist Jugendbildungsreferent bei der Evangelischen Akademie Hofgeismar. Diese hat zusammen mit der Arbeiterwohlfahrt, die Hort-Träger an der Grundschule ist, das Projekt nach Kassel geholt.

Der Ablauf

Eine Woche lang stand der Film für die Klasse vormittags auf dem Stundenplan. Los ging es mit einem zweitägigen Coaching über Kinderrechte. Dabei wurden die Kinder auch gefragt, was ihnen wichtig ist. Familie, Essen und Trinken, eine gute Schule und ihre Freunde waren die häufigsten Antworten. So bekamen die Kinder eine Idee über mögliche Themen für ihren Film.

Als Inhalt des Films fiel die Wahl auf den Schulweg und die Sicherheit an Straßen. Ein Thema, das sie täglich begleitet. So auch am Drehort, dem Haus der Jugend nahe der Leipziger Straße. Dort ist derzeit eine Baustelle. Doch nicht alle Autofahrer halten sich an die dort geltenden 30 Kilometer pro Stunde. „Baustellen und viele Wege werden nicht aus Kindersicht gedacht“, sagt Christian Krug vom Hort.

Im nächsten Schritt ging es an das Drehbuch. Das schrieben die 19 Kinder unter Anleitung von Drehbuchautorin und Regisseurin Isabell Caps-Kuhn, die an der Filmhochschule in Ludwigsburg studiert. Drei Tage lang wurde der Film abgedreht. Zwei Gruppen filmten, eine Gruppe produzierte einen Trickfilm für den Abspann.

Der Filmdreh

„Die Kinder haben gesehen, wie ein Film entsteht, wie viel Arbeit das ist“, sagt Uwe Jakubczyk. „Cool“ seien die Dreharbeiten, sagten Kaleab, Ediz, Anas und Amir. „Die Kinder interessieren sich sehr für die Technik“, sagt Caps-Kuhn. Sie sind sehr medienaffin, fügt Krug hinzu.

Eine andere Gruppe drehte mit Kameramann Ralf Schlotter (Münchener Tatort) an der Leipziger Straße. „Super Kids“, sagt Schlotter über die Drittklässler. Jede Gruppe sei anders. Sie hatten viele Ideen gehabt, Geduld sei während der Dreharbeiten gefordert, die zudem das soziale Miteinander fördern. Gerade das sei nach der Pandemie wichtig. „Viele Kinder und Gruppen haben sich während der Pandemie aus den Augen verloren“, sagt Schlotter. Zudem zeigen die Kinder im Projekt „ganz andere Fähigkeiten“.

So auch einige Kinder, die nicht vor der Kamera stehen wollten. Sie bildeten eine Gruppe, die den Abspann des Trickfilms produzierte. Dafür arbeiteten Rima, Ahmed und Omar mit einem Tablet und Legofiguren. Auf dem Bildschirm sind einzelne Bilder der Szenen zu sehen, die die Kinder mit den Spielfiguren nachstellen sollen. Mehr als 100 Bilder und Szenen sind es für ein paar Sekunden Film, erklärt Caps-Kuhn. Der Film wird zwei bis drei Minuten lang werden.

Mit Legofiguren einen Trickfilm erstellen: Das machen Rima (vorne), Kaleab (von links), Ahmed und Omar.
Mit Legofiguren einen Trickfilm erstellen: Das machen Rima (vorne), Kaleab (von links), Ahmed und Omar. © Amir Selim

Die Premiere

Heute wurde der Film erstmals gezeigt. Die Schüler und ihre Eltern bekamen den Spielfilm erstmals zu sehen. Weitere Vorstellungen sind möglich, sagt Jakubczyk. Außerdem fand heute noch der Workshop „Internetritter“ statt, in dem es um die Nutzung der Sozialen Medien und der Prävention gegen Cybermobbing geht.

Das Projekt „Klappe Auf!“

„Klappe Auf! für Demokratie und Kinderrechte“ ist eine Initiative des Landesverbands Kinder- und Jugendfilm Berlin. Seit 2013 werden Filme zum Thema Kinderrechte produziert, heißt es auf der Homepage. Der Filmdreh in Kassel wurde durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit 7000 Euro gefördert. Damit wurden unter anderem die Kosten für die Filmarbeiten und Übernachtungen der Beteiligten gedeckt, erklärt Uwe Jakubczyk von der evangelischen Akademie Hofgeismar. ams

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