Verfahren

DRK-Kliniken in Kassel sind insolvent - Die Suche nach einem Käufer läuft

Die DRK-Kliniken Nordhessen benötigen einen neuen finanzstarken Gesellschafter.
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Stecken mitten im Insolvenzverfahren: Die DRK-Kliniken Nordhessen suchen einen Käufer.

Die DRK-Kliniken Nordhessen stecken mitten in einem Insolvenzverfahren. Ein Möglichkeit der Sanierung ist der Verkauf - nach finanzstarken Partnern wird jetzt wieder gesucht.

Kassel – Auf ein Neues: Die DRK-Kliniken Nordhessen machen dort weiter, wo sie vor der Insolvenz aufgehört haben. Um das finanziell angeschlagene Krankenhaus in Kassel zu sanieren, soll ein Investor gefunden werden. Die Suche nach potenziellen Käufern hat begonnen. Die Resonanz sei erfreulich, sagt Insolvenzverwalter Franz-Ludwig Danko: „Mehrere Interessenten prüfen bereits die Zahlen und Daten der Kliniken.“

Um welche möglichen Investoren es sich dabei handelt, wird nicht verraten. Die Interessenten seien Unternehmen aus der Klinik- und Gesundheitsbranche, teilt ein Sprecher des Insolvenzverwalters mit. Wie die HNA erfahren hat, zählt jene Bietergemeinschaft um die Convivo-Gruppe dazu, die schon vor der Insolvenz in engen Verhandlungen mit den DRK-Kliniken stand. Auch die Namen der Krankenhausbetreiber Sana Kliniken AG und Helios sind in diesem Zusammenhang gefallen.

Insolvente DRK-Kliniken in Kassel suchen Käufer: Interessenten prüfen Unterlagen

Für die Suche nach einem finanzstarken neuen Gesellschafter hat der Gläubigerausschuss eine Beratungsfirma aus München beauftragt. Die trägt den Namen One Square Advisors. Danko erklärt, dass die Suche nicht bei Null begonnen habe: „Wir knüpfen nahtlos an die Vorarbeit an, die in den vergangenen Monaten geleistet wurde“, sagt der Anwalt, der seit der Insolvenzanmeldung Ende Juni das Sagen hat im Wehlheider Krankenhaus.

Die DRK-Schwesternschaft, einer der beiden Gesellschafter, hatte seit Beginn des Jahres nach strategischen Partnern Ausschau gehalten, um die Kliniken zu retten und um ein Insolvenzverfahren zu verhindern. Falls ein Investor einsteigen möchte, könne der Verkauf schnell über die Bühne gehen – „theoretisch bereits zum Jahresende“, erklärt Dankos Sprecher. Ziel sei aber nicht der schnellstmögliche Verkauf, sondern die bestmögliche Lösung für alle Beteiligten.

Als weitere Option nennt Danko eine Art Vergleich mit den Gläubigern – also eine Insolvenzplan-Lösung. Der bisherige Rechtsträger, also die Gesellschaft „DRK-Kliniken Nordhessen gGmbH“ bliebe dann erhalten. Allerdings sei es dazu notwendig, die Gesellschaft zu entschulden. Dies geschehe über einen Vergleich, bei dem die Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten und im Gegenzug eine definierte Quotenzahlung erhalten.

Insolvente DRK-Kliniken in Kassel suchen Käufer: Neue Geschäftsführung

Personell hat sich zuletzt etwas in der Geschäftsführung getan. Manuel Berger, der kurzfristig für den abberufenen Sanierungsgeschäftsführer Alexander Lottis übernommen hatte, ist nicht mehr im Amt. Für einen unbelasteten Neuanfang hat Berger seinen Posten zur Verfügung gestellt. Dafür gehört nun der ärztliche Direktor Dr. Christian Roth zur Geschäftsführung. Ihm zur Seite steht Claudia Nehrig, die zwar auch ihren Rücktritt als Geschäftsführerin angeboten hat, von den Gesellschaftern aber umgestimmt wurde.

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Insolvenzverwalter Danko versichert, dass betriebsbedingte Kündigungen nicht geplant seien. Im medizinischen und Pflege-Bereich würde aktuell sogar neues Personal eingestellt. Patientenversorgung und Klinikbetrieb gehen normal weiter. „Operativ kommen wir wieder in ruhigeres Fahrwasser“, sagt Danko. Die Beschäftigten identifizierten sich sehr stark mit dem Haus und zeigten großes Engagement. „Das ist ein wichtiges Signal an potenzielle Investoren.“ (Robin Lipke)

Lesen Sie hierzu eine Gegendarstellung von Alexander Lottis vom 7. Juli 2021.

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