Sechs Jahre Haft für Messerstecher 

Drogen- und Gewaltkriminalität am Stern hält Gerichte in Atem

Kassel. Ein 28 Jahre alter Mann aus Kassel ist vom Landgericht wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt worden.

Außerdem ordnete die 6. Strafkammer von Richter Volker Mütze die Unterbringung des schwer drogenabhängigen Mannes in einer Entziehungsanstalt an.

Am 20. Mai vergangenen Jahres war es mit der fast tödlichen Verletzung eines türkischen Kaffeehaus-Besitzers in der Jägerstraße am Stern zum vorläufigen Höhepunkt von seit langem laufenden Revierstreitigkeiten zwischen arabischen und türkisch-kurdischen Gruppierungen im Drogenhandel gekommen.

Der Café-Besitzer hatte den Angeklagten schon am Tag zuvor aufgefordert, nicht länger vor seinem Café mit Drogen zu dealen. Als der 28-jährige Araber einen Tag später wieder an der Jägerstraße stand, stürmte der Türke auf ihn zu, fordert ihn aus nächster Nähe auf, zu verschwinden, schubste ihn vermutlich auch.

Der von einem wahren Drogencocktail berauschte Angeklagte zog ihm ein Messer von unten über Hals und Wange, in einem zweiten Schnitt von oben über den zum Schutz gehobenen Unterarm. Der heftig blutende Mann überlebte nur, weil ein zufällig anwesender Arzt Erste Hilfe leistete.

Der Angeklagte sprühte auf heranstürmende Türken Pfefferspray, schoss mit einer Schreckschusspistole und rannte davon.

Filme von Überwachungskameras zeigen ihn, wie er Minuten später mit einer großen Machete bewaffnet zurück zum Tatort stürmt und von Freunden gerade noch zurückgehalten werden kann.

Ein zweites Verfahren gegen einen 39-jährigen Serienstraftäter wegen Raubes am Holländischen Platz wurde am Dienstag vertagt. Anhängig ist noch ein dritter Prozess um drei Somalier, die einem Eritreer Drogen und Geld rauben wollten und ihm fast die Kehle durchschnitten.

Von Thomas Stier

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Rubriklistenbild: © dpa-avis/Uli Deck/Archiv

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