Schere an Hals gehalten

Drogenabhängige stehen wegen Raubüberfällen auf Taxifahrer vor Gericht

Kassel. Für wenige hundert Euro sollen sie viele Jahre Gefängnis riskiert haben: Wegen zweier bewaffneter Raubüberfälle auf Taxifahrer müssen sich seit Dienstag zwei drogenabhängige Männer vor dem Kasseler Landgericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft den 37 und 46 Jahre alten Angeklagten vor, in einer Nacht kurz vor Weihnachten 2013 zweimal auf die gleiche Art zugeschlagen haben - um Geld zur Finanzierung ihrer Drogensucht zu beschaffen. Zunächst hätten sie am späten Abend ein Taxi zum „Weinbergkrug“ in der Frankfurter Straße bestellt und sich von dort zum nahen Elisabeth-Krankenhaus bringen lassen. Am Ziel angekommen, habe der Ältere dem Fahrer eine Schere an den Hals gehalten und Bargeld gefordert. Mit Erfolg: 100 Euro sollen die Männer erbeutet haben.

Drei Stunden später, so die Anklage, seien die Räuber dann per Taxi vom Kulturbahnhof in die Wilhelmshöher Allee gefahren. Diesmal aber sei der Chauffeur geflüchtet, als er die Scherenklinge an seinem Hals gespürt habe. Worauf die Männer sein Portmonee mit rund 140 Euro eingesteckt hätten. Doch noch am selben Tag wurden sie festgenommen.

Beide Angeklagten kündigten an, sich zu den Vorwürfen äußern zu wollen. Damit mussten sich allerdings noch gedulden: Der erste Verhandlungstag am Landgericht endete bereits nach Verlesen der Anklageschrift, da der etatmäßige Verteidiger des 46-Jährigen verhindert war. Am heutigen Mittwoch wird der Prozess fortgesetzt.

Für die Angeklagten steht viel auf dem Spiel: Kommt bei einem Raubüberfall eine Waffe zum Einsatz, beträgt die Mindeststrafe fünf Jahre Haft. Die Strafkammer will zudem prüfen, ob die Männer in eine Entziehungsanstalt eingewiesen werden sollen.

Von Joachim F. Tornau

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