Drei Jahre und zehn Monate Haft für Holländer

Drogenhändler muss ins Gefängnis

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Kassel. Weil er nach Überzeugung des Kasseler Landgerichts zwischen Mitte 2009 und Ende 2010 fünf Heroin-Geschäfte an ein damals im Raum Kassel lebendes Ehepaar vermittelt hat, ist ein 52-jähriger Niederländer am Dienstag zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt worden.

Die 5. Strafkammer sprach den Mann des fünffachen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge schuldig. In einem sechsten Fall, der ihm zur Last gelegt worden war, wurde der Angeklagte freigesprochen.

Der 52-Jährige hatte zu Beginn des Prozesses gestanden, den Eheleuten im allerersten Fall beim Ankauf von 500 Gramm Heroin behilflich gewesen zu sein. Der Mann habe seine Telefonnummer gehabt. Als Landsmann - beide stammen aus dem Kosovo - habe er sich bereit erklärt, zu helfen. Er habe Kontakt zu zwei Lieferanten hergestellt, gedolmetscht und 500 Euro Provision erhalten. Diesen „einmaligen Fehltritt“ bedauere er.

Das Gericht aber sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte auch in drei weiteren Fällen den Verkauf von 500 Gramm und in einem Fall von einem Kilogramm Heroin an das nordhessische Paar vermittelt hatte. Die beiden sollen anfangs zwischen 6500 und 8000 Euro pro halbes Kilo gezahlt haben - gegen Ende sollen die Lieferanten 10 000 bis 13 000 Euro gefordert haben.

Einige von der Polizei abgehörte Telefonate zeigten, wie sich der Kunde beim Angeklagten darüber beschwerte, dass kein Heroin mehr zu bekommen sei, dass es zu teuer sei und die Qualität schlecht, so Richter Jürgen Stanoschek in der Urteilsbegründung. Die Antworten des 52-Jährigen zeigten, dass er selbst in die Drogen-Geschäfte eingebunden sei - „mindestens als Vermittler oder Organisator“.

Neben den Ergebnissen der Telefonüberwachung stützte das Gericht seine Entscheidung auf die Zeugenaussage der beteiligten Frau. Diese ist inzwischen ins Zeugenschutzprogramm der Polizei aufgenommen, weil sie zur Aufklärung von Drogen-Delikten beigetragen hat. Ihre Aussage im Prozess hatte unter strengen Schutzvorkehrungen stattgefunden.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Dienstagvormittag gefordert, eine Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten gegen den Angeklagten zu verhängen. Der Verteidiger hatte auf eine auf eine Haftstrafe nicht über drei Jahren plädiert.

Sein Mandant akzeptierte dann aber auch die Strafe von drei Jahren und zehn Monaten noch im Gerichtssaal. Der 52-Jährige hofft, zum Verbüßen seiner Haft möglichst schnell in die Niederlande überstellt zu werden - in die Nähe seiner Familie. Vorbestraft war er nicht. Dem Gericht hatte er berichtet, seine Familie habe massive Geldsorgen.

Von Katja Schmidt

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