Geschäftsleute kritisieren

Drogenhandel am Stern: Untere Königsstraße verkommt immer mehr

Kassel. Die Geschäftsleute am Stern (Untere Königsstraße / Kurt-Schumacher Straße) fühlen sich von der Stadt vernachlässigt. Das sagt Oktay Belen, Geschäftsführer des türkischen Unternehmervereins, der in Kassel etwa 235 Mitglieder hat.

Da der Drogenhandel auf offener Straße am Stern in den vergangenen Jahren massiv zugenommen habe, so die Anlieger, sammelte der Verein im Sommer dieses Jahres Unterschriften von 30 Geschäftsleuten auf dieser Ecke und wandte sich mit einem Brief an Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD), der aus Ordnungsdezernent ist. „Bis heute ist kein Treffen mit Kaiser zustande gekommen“, kritisiert Belen. Der Bürgermeister habe nur mit einem Brief geantwortet und mitgeteilt, dass der Stadt das Problem bekannt und das Ordnungsamt dort regelmäßig präsent sei.

Das sehen einige Geschäftsleute anders. „Die Verhältnismäßigkeit stimmt hier nicht mehr“, sagt Dirk Miehe, Verkaufsleiter bei Elektro Pitsch. „Wenn ein Kunde fünf Minuten ohne Parkschein vor unserem Geschäft steht, greift das Ordnungsamt rigoros durch. An Drogenhändlern geht man aber vorbei.“

Die Untere Königsstraße verkomme immer mehr, sagt Belen. Stattdessen habe man mittlerweile das Gefühl, es werde nur noch in Kassels westliche Stadtteile wie zum Beispiel in die Friedrich-Ebert-Straße investiert.

„Die Bekämpfung der Drogenkriminalität liegt grundsätzlich im Zuständigkeitsbereich der Landespolizei“, sagt Stadt-Sprecher Ingo Happel-Emrich, auf Anfrage der HNA. Anlieger des Sterns, die Straftaten beobachteten, sollten sich direkt an das Polizeipräsidium Kassel wenden.

Vor drei Wochen gelang der Polizei bei einer Razzia am Stern ein Schlag gegen die Drogenkriminalität. Seitdem seien keine Dealer und Konsumenten mehr auf der Straße zu beobachten, sagt Miehe. „Die bleiben aber nie auf Dauer weg.“

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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