Drogenszene am Lutherplatz: Polizei schützt Kirchgänger

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Drogen-Treffpunkt: Vor allem am Rand des Lutherplatzes, im Schatten der Galerie Trafohäuschen, halten sich viele Menschen auf, die der Kasseler Drogenszene angehören.

Kassel. Die Drogenszene, die sich am Kasseler Lutherplatz trifft, ist seit einem Jahr auf 200 Menschen angestiegen. Weil die Treffen nicht immer friedlich verlaufen, bekommen die Besucher der Lutherkirche und des auf dem Lutherplatz angesiedelten Evangelischen Forums seit kurzem Polizeischutz.

Nach Auskunft der Polizei konsumiert die Szene auf dem Lutherplatz Alkohol und illegale Drogen wie Heroin, Kokain und anderes.

Da es sich zunehmend um einen Mischkonsum von Drogen und Alkohol handele, sei das Aggressionspotenzial stark angestiegen, sagt Holger Weichseldorfer, der stellvertretende Leiter des Polizeireviers Mitte. Seit über zwei Jahren hat die Drogenszene den Platz zum Treff erkoren, sagt Weichseldorfer. Er liege strategisch ideal: In der Nähe gebe es substituierende Ärzte, die Ersatzdrogen verabreichen, und Läden, in denen man billig Alkohol kaufen könne. Zudem sei der Platz nicht so stark frequentiert wie der Friedrichsplatz, wo die Szene zuvor für Aufsehen sorgte.

Viele Menschen fühlen sich von der Szene auf dem Gelände an der Kurt-Schumacher-Straße gestört und bedroht. „Die Aggressivität, die von dieser Gruppe ausgeht, nimmt bedrohliche Züge an“, sagt Dr. Hans-Helmut Horn, der Vorsitzende des Kirchenkreises Mitte und des Vereins Lutherkirchturm. Erst kürzlich habe es auf dem Lutherplatz eine Messerstecherei gegeben, der Notarzt musste kommen. Horn hatte deshalb angeregt, dass vor allem zu Beginn und zum Ende von Veranstaltungen in den Kirchenräumen, Polizei nach dem Rechten schaut, um den Kirchgängern das Gefühl von Sicherheit zu geben.

Die Einsätze teilt sich die Polizei im Wechsel mit dem Ordnungsamt auf. Weichseldorfer: „Es muss gewährleistet sein, dass die Besucher der Lutherkirche und des Evangelischen Forums ungehindert ihre Veranstaltungen besuchen können.“

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