Banken stellen Ultimatum

„Wir wollen das Krankenhaus retten“ - Druck auf DRK-Kliniken in Kassel wächst

Stehen unter Druck: Die DRK-Kliniken Nordhessen (Standort Kassel) müssen handeln.
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Stehen unter Druck: Die DRK-Kliniken Nordhessen (Standort Kassel) müssen handeln.

Das Ringen um die Zukunft der DRK-Kliniken Nordhessen (Kassel) geht in die nächste Runde. Nun haben die Banken den Druck zusätzlich erhöht.

Kassel - Für die DRK-Kliniken Nordhessen geht es in eine wichtige, wenn nicht gar entscheidende Woche. Nachdem die Banken eine Art Ultimatum gestellt haben, wächst der Druck auf das finanziell angeschlagene Krankenhaus zusätzlich. Bis kommenden Freitag sollen die Kliniken ein notariell beurkundetes Dokument vorlegen, das entweder den Verkauf an einen strategischen Partner beinhaltet oder die Zusammenarbeit mit einem Treuhänder. Das bestätigen Vertreter beider Gesellschafter gegenüber der HNA.

Ende Juni laufen die Kredite aus – und die würden wohl nicht mehr verlängert werden. Karin Müller, zweite Vorsitzende des Trägers DRK Soziale Dienste und Einrichtungen (SDE), spricht von einer „ernsten Lage“. Und Claudia Nehrig, Oberin des zweiten Trägers, der DRK-Schwesternschaft, sagt abermals, dass bereits Angebote auf dem Tisch lägen, die mehr als akzeptabel seien. Wer dabei als möglicher strategischer Partner im Rennen ist, verrät sie nicht. Angesichts des laufenden Wettbewerbs sei es zu früh, um weitere Details öffentlich zu machen.

Krankenhaus in Kassel mit Finanzproblemen: Zukunft der DRK-Klinik entscheidet sich bald

Derweil scheint das Vorhaben, einen Treuhänder einzusetzen, vom Tisch zu sein. Der Träger SDE hatte diese Variante bevorzugt. Bei einer Besprechung der nordhessischen DRK-Kreisverbände stellte sich allerdings heraus, dass die Mitglieder dafür sind, das von der Schwesternschaft angestrebte Verkaufsverfahren zu verfolgen.

Deswegen hat Müller für den kommenden Dienstag eine weitere außerordentliche Mitgliederversammlung angesetzt: „Was vergangene Woche besprochen wurde, soll nun auch beschlossen werden“, erklärt die zweite Vorsitzende, die außerdem betont, dass sich alle einig seien: „Wir wollen das Krankenhaus retten.“

„Schon nach zwölf“ - DRK-Krankenhaus in Kassel wären mit Investor gerettet

Laut Nehrig – so viel verrät sie doch – wären die DRK-Kliniken mithilfe einer der möglichen Investoren gerettet. Sie könnten zum Beispiel die Banken auslösen, die Standorte in Kassel und Kaufungen erhalten und 1100 Arbeitsplätze sichern. Und noch etwas gibt sie preis: Die Krankenhausbetreiber Helios und Asklepios würden nicht zu den potenziellen Partnern zählen. Nehrig sagt zudem: „Wir wollen dem anderen Gesellschafter keinen Partner aufzwingen.“

Müller wiederum kritisiert, dass die Schwesternschaft bislang keinen Namen genannt habe. „Uns fehlt ein transparenter Informationsfluss“, sagt die SDE-Vertreterin. Darüber hinaus seien ausgehandelte Konditionen im Detail nicht bekannt. Höchste Zeit, dass sich die beiden Gesellschafter einig werden – erst recht vor dieser Woche. Müller drückt es so aus: „Im Grunde ist es schon nach zwölf.“ (Robin Lipke)

Seit Wochen fürchten Mitarbeiter um ihre Jobs im DRK-Krankenhaus in Kassel.

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