KEB verlegt Flüsschen an den Stockwiesen – Abschluss der Arbeiten für Biotop im März

Drusel läuft bald über Weide

Wird bald verfüllt: Im ursprünglichen Druselverlauf - entlang der Ufermauer, hinter der das Privatgrundstück liegt - suchen Björn Veit (rechts) und Jens Edigehause noch nach Fischen.

bad wilhelmshöhe. Im Bereich der Stockwiesen herrscht derzeit rege Bautätigkeit - der KEB (Kasseler Entwässerungsbetrieb) verlegt hier den Lauf der Drusel über die angrenzende Weidefläche.

Naturnahe Umgestaltung heißt das und bedeutet, dass der Bachlauf nach modernen ökologischen Kriterien neu gelenkt wird, erklärt Detlef Wagner vom KEB. Bei einer Renaturierung dagegen würde der ursprüngliche Lauf eines Gewässers wieder hergestellt, stellt er klar.

In östlicher Richtung

Die Drusel entspringt im Habichtswald und fließt in östlicher Richtung durch Wahlershausen, Wehlheiden und Mitte, bevor sie in die Fulda mündet.

Im Zuge der Umgestaltung nehmen die KEB-Mitarbeiter den Lauf des Flüsschens aus seinem als Kastenprofil ausgebauten Verlauf heraus und führen es, als Bach mäandernd, über die Wiesenfläche. Diese ist südlich durch Wohnhäuser, im Nordosten durch die Sportanlage begrenzt.

„Durch diese naturnahe Umgestaltung wird der Bachlauf der Drusel rund 30 Meter länger“, erklärt Wagner. Vorteil: Solcherart unverbautes Gewässer mit genügend Freiraum wirkt bei drohender Überschwemmung durch starken Regen ausgleichend, außerdem bietet das nun 100 Meter lange neue Druselbachbett vielfältige und natürliche Lebensgrundlage für Fische und andere Wasserlebewesen.

„Langfristig wollen wir möglichst alle innerstädtischen Gewässer naturnah umgestalten“, sagt Wagner. Das Land fördere diese Vorhaben mit 90 Prozent. Die Gesamtkosten für den neuen Drusellauf betragen laut Wagner 170 000 Euro. Am Bachlauf bilden sich mit der Zeit Kies-, Sand- und Schotterbänke aus, außerdem sollen Weiden, Eschen, Bergahorn und Schwarzerlen gepflanzt werden.

Die neu zu gestaltende Querung mit dem gepflasterten Hauptweg (Süd-Nord-Wege-Verbindung) wird rund zehn Meter weiter nördlich der bestehenden Brücke verlegt. Anlässlich des Baus der neuen Überquerung wird im Bach ein Kastendurchlass eingebaut, dessen Kiesauflage wiederum Lebensraum für Kleinstlebewesen bietet.

Der ursprüngliche Verlauf der Drusel entlang der Mauer, hinter der das Privatgründstück liegt, wird verfüllt. Hier haben Jens Edigehause und Björn Veit vom Ingenieurbüro Wagu letzte Fische gefangen, um sie an anderer Stelle auszusetzen, erklärt Wagner.

Die Arbeiten zur Umgestaltung der Drusel sollen, je nach Wetterlage, Anfang März abgeschlossen sein, sagt er.

Von Sabine Oschmann

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