Neue Studie zur touristischen Wertschöpfung

Corona bremst steile Entwicklung beim Tourismus in Kassel

Touristen schauen sich am 15.08.2012 oberhalb vom Kasseler Schloss Wilhelmshöhe die große Fontäne der Wasserspiele an. Foto: dpa
+
Besuchermagnet fällt dieses Jahr aus: Die spektakulären Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe locken normalerweise Jahr für Jahr rund 300 000 Besucher nach Kassel. Wegen Corona fehlt dieses Publikum momentan.

Das Geschäft mit Touristen brachte 2019 Umsätze von 696 Millionen Euro nach Kassel. Durch die Pandemie fielen dieses Jahr allerdings viele Millionen an Einnahmen weg,

Kassel – Die Corona-Zeit hat die Geschäfte mit Kassel-Besuchern in dieser Saison erheblich zurückgeworfen. Doch in den drei Jahren davor hat der Wirtschaftsfaktor Tourismus für die Stadt erheblich an Bedeutung gewonnen, wie eine aktuelle Studie im Auftrag von Kassel Marketing zeigt.

2019 sorgten Städtereisende, Kongressbesucher und Tagestouristen für 696 Millionen Euro Umsatz, hat das Tourismus-Beratungsinstitut dwif errechnet. Im Vergleich zu dessen voriger Erhebung 2016 waren das fast 100 Mio. Euro mehr, wovon hauptsächlich das Hotel- und Gaststättengewerbe sowie der Einzelhandel profitiert haben, so die Forscher.

Auch die Zahl der Gäste ist gestiegen – um fast zwei Millionen Tagestouristen sowie 180 000 Übernachtungen im Drei-Jahres-Vergleich. Alles in allem ist der touristische Sektor in Kassel seit 2016 bis zum Corona-Beginn um rund 16 Prozent gewachsen.

Im zentral gelegenen Kassel resultieren sieben von zehn Übernachtungen aus dem Kongress- und Tagungsgeschäft. Daher haben sich die Absagewelle und die Hotelschließungen in Folge der Pandemie besonders empfindlich in Kassels Tourismusstatistik bemerkbar gemacht: Von Jahresbeginn bis Juli gingen die Übernachtungszahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund die Hälfte zurück.

Zu den finanziellen Folgen gibt es ein Schlaglicht in der dwif-Studie: Die Forscher haben hochgerechnet, wie sich der Einbruch der touristischen Nachfrage im März und April auf die Umsätze der betroffenen Branchen ausgewirkt haben. Sie kommen allein für diese zwei Monate auf eine Summe von 93 Millionen Euro, die Kasseler Gastronomen, Hoteliers, Händlern und Dienstleistern entgangen sein dürfte.

„Die Corona-Krise ist eine Zäsur für alle Betriebe, die im Tourismus ihr Geld verdienen“, sagte Andreas Bilo, Geschäftsführer der Kassel Marketing GmbH. Dennoch blickten die städtischen Touristiker optimistisch in die Zukunft: Bereits jetzt zeige sich, dass die Gästezahlen allmählich wieder steigen – im Mai kamen lediglich 7900, im Juni rund 18.400 und im Juli bereits wieder fast 29.400 übernachtende Besucher laut offizieller Landesstatistik nach Kassel.

Die Befunde der Studie sind laut Bilo ein Beleg dafür, dass Investitionen in die touristische Infrastruktur und in die Vermarktung des Reiseziels Kassel wirtschaftliche Früchte tragen. Er gehe davon aus, dass sich das Geschäft mit den Gästen im kommenden Jahr wieder normalisieren und Kassel seine touristische Aufwärtsentwicklung fortsetzen wird. (von Axel Schwarz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.