Altmarkt: Durch Finanzierungslücke droht das Scheitern

Kassel. Bis Mitte kommender Woche muss klar sein, ob das Land Hessen die Förderung für den Umbau der Altmarkt-Kreuzung aufstockt. Ansonsten droht das Projekt nach Angaben von Kassels Stadtbaurat Dr. Joachim Lohse (Grüne) zu scheitern.

Nur wenige Tage bevor die Bagger anrollen sollten, klafft eine Finanzierungslücke von mindestens einer halben Million Euro. Insgesamt soll der Altmarkt-Umbau mit drei Fußgängerüberwegen vier Millionen Euro kosten.

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„Mir wurde noch einmal ausdrücklich versichert, dass das Land den Umbau will“, sagt Lohse, der am Montag mit Vertretern des Verkehrsministeriums gesprochen hat. In den nächsten Tagen werde es eine Runde geben, in der die offenen Fragen geklärt werden sollen.

Bisher hatte das Land die Förderwürdigkeit des Projekts zwar bestätigt, aber keine genauen Summen genannt. Am Freitag kam dann die Nachricht per E-Mail, die drei Tage später in der Stadtverordnetenversammlung für Aufregung sorgte. Statt einer förderfähigen Summe von gut drei Millionen Euro wolle das Land nur 2,45 Millionen Euro akzeptieren.

Kritiker aus den Reihen von CDU, FDP und der Freien Wähler sahen sich bestätigt und stellten das Projekt erneut infrage. Der Umbau führe nur zu mehr Staus an der Kreuzung. Eine deutliche Mehrheit der Stadtverordneten sieht das anders. 48 aus den Reihen von SPD, Grünen und der Kasseler Linken stimmten für die Freigabe der städtischen Mittel und damit für den Umbau, 17 dagegen.

Im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung präzisiert Pressesprecherin Ulrike Franz-Stöcker die Zahlen des Kasseler Stadtbaurates. Wiesbaden geht von förderungsfähigen Kosten in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro für den Altmarkt-Umbau aus. 80 Prozent davon zahle das Land Hessen, also rund 1,9 Millionen Euro.

Von Thomas Siemon und Jörg Steinbach

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