Sanierung seit Anfang November

Duschen im Container: Mieterin aus Kassel kann seit Monaten ihr Bad nicht mehr nutzen

Container vor der Tür: Wenn Sonja Wadewitz duschen und die Toilette aufsuchen möchte, muss sie seit Anfang November vor die Tür gehen.
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Container vor der Tür: Wenn Sonja Wadewitz duschen und die Toilette aufsuchen möchte, muss sie seit Anfang November vor die Tür gehen.

Weil ihr Badezimmer seit Anfang November saniert wird, muss eine Mieterin aus Kassel seit Wochen in einem Container auf dem Hof duschen.

Kassel – Bei dem nasskalten Wetter in den vergangenen Tagen traute man sich kaum vor die Tür. Sonja Wadewitz aus Kassel-Niederzwehren muss ihre Wohnung notgedrungen verlassen. Mitunter auch nachts. Grund: Die Mieterin, die in einer Wohnung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) in der Dennhäuser Straße lebt, hat seit Anfang November kein Badezimmer mehr. Seitdem wird der Raum nämlich saniert.

Als Ersatz hat die Bima den Mietern einen Container vor die Mehrfamilienhäuser gestellt. Dort hat jeder eine eigene Dusche und eine eigene Toilette zur Verfügung gestellt bekommen. „Das ist alles sauber“, sagt die 61-jährige Mieterin. Nachts sei es allerdings nicht schön, über Paletten steigen zu müssen, die vor dem Container liegen. Auch, wenn alles gut beleuchtet sei.

Weil das Bad saniert wird: Mieterin aus Kassel duscht seit Wochen in Container

Sie habe noch das große Glück, dass ihr Freund ihr eine Chemietoilette aus seinem Wohnwagen zur Verfügung gestellt habe. Die stehe jetzt in ihrem Schlafzimmer. Sonja Wadewitz ist dennoch genervt, dass sich die Sanierungsarbeiten ständig verzögern. Sie warte jeden Tag auf die Handwerker. Aber oft komme niemand.

Alle Beteiligten bedauerten, dass es kurz vor Abschluss der Sanierungsarbeiten in den Mehrfamilienhäusern der Dennhäuser Straße a bis d zu zeitlichen Verzögerungen gekommen sei, sagt eine Sprecherin der Bima auf Anfrage der HNA. Das Bad der Mieterin Wadewitz werde nach derzeitiger Planung aber spätestens am Freitag, 10. Dezember, fertig saniert sein.

Die Mehrfamilienhäuser verfügten über insgesamt 24 Wohnungen, von denen 15 vermietet sind. Aufgrund des sehr schlechten Zustands der Immobilie werde seit Anfang des Jahres eine Komplettsanierung des Objektes gemacht, inklusive einer Leitungs- und Badsanierung im bewohnten Zustand. Alle Wohnungen würden zudem zum ersten Mal einen Balkon bekommen, so die Sprecherin. Die Bima investiere in die Sanierung rund 2,3 Millionen Euro. Die ursprüngliche Planung der Bima sei gewesen, die Arbeiten in diesem Jahr noch abzuschließen. Dieser Zeitplan lasse sich aber nicht einhalten.

Sanierungsarbeiten verzögern sich: Mieterin aus Kassel von Baustelle genervt

Bislang seien immer drei übereinanderliegende Wohnungen zeitgleich saniert worden; hierfür seien jeweils fünf Wochen eingeplant, mit einem gewissen zeitlichen Puffer zwischen den einzelnen Abschnitten. Diese Planung sei bisher eingehalten worden. Allerdings habe sich die Bima bewusst dafür entschieden, den letzten Strang nicht mehr in diesem Jahr in Angriff zu nehmen und stattdessen die Baustelle über Weihnachten und den Jahreswechsel ruhen zu lassen, so die Sprecherin. Das mache man auch, um den Stress für die betroffenen Mieter zu minimieren.

Sonja Wadewitz freut sich über die neuen Fenster und neuen Heizkörpern in ihrer Wohnung. „Das ist alles top.“ Aber von dem Dreck von der Baustelle ist sie mittlerweile genervt. Sie will den Handwerkern, die sehr fleißig seien, nicht die Schuld für die Verzögerungen geben. Ihrer Ansicht nach liege das alles an einer nicht ausreichenden Planung.

Zumindest kann die Mieterin ab dem 10. Dezember wieder in ihrer Wohnung duschen. Vorausgesetzt, dass dieser Termin auch eingehalten wird. (Ulrike Pflüger-Scherb)

In einem Streit um eine defekte Heizung beschwerte sich ein Mieter aus Kassel über das Unternehmen Vonovia.

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