Wenige Teilnehmer bei Demo gegen rechtsextreme Kameradschaft Sturm 18

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Diskussion bei der Kundgebung: GWG-Geschäftsführer Peter Ley (links) machte gegenüber Simon Aulepp (Aktionsbündnis gegen Rechts) deutlich, dass er die Aktion als deplatziert empfinde.

Kassel. Begeistert war Peter Ley, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) der Stadt Kassel, am Montagnachmittag nicht. Seinen Unmut über den Standort der Kundgebung machte er gegenüber den rund ein dutzend Aktivisten des Kasseler Aktionsbündnisses gegen Rechts deutlich.

Er finde es zwar wichtig, mit Aktionen gegen Rechtsextremismus vorzugehen, erklärte Ley. Allerdings sei die Kundgebung vor dem GWG-Geschäftsgebäude an der Neuen Fahrt völlig deplatziert. „Es wird bewusst der Versuch unternommen, den Eindruck zu erwecken, dass sich unser Unternehmen rechtsradikal neutral oder sogar rechtsradikal freundlich verhält. Es werden bewusst falsche Behauptungen aufgestellt.“

Kurzclip: GWG-Geschäftsführer Peter Ley zur Demo gegen rechte Kameradschaft

Das Aktionsbündnis hatte vergangenen Freitag in einer Pressemitteilung zu einer Kundgebung vor dem GWG-Gebäude aufgerufen, weil die städtische Wohnungbaugesellschaft angeblich Wohnungen an Mitglieder der rechten Kameradschaft Sturm 18 in der Nordstadt vermiete (HNA berichtete).

Kurzclip: Simon Aulepps Statement des Aktionsbündnisses

Die GWG hatte daraufhin dem Aktionsbündnis schriftlich mitgeteilt, dass dies nicht stimme. Zwei Personen aus dem „rechtsradikalen Dunstkreis“ hätten sich nur besuchsweise bei der Tochter einer GWG-Mieterin in der Wohnung aufgehalten, hatte Ley richtig gestellt. Die GWG habe daraufhin mit der Mieterin gesprochen und erklärt, dass man diese Personen nicht in der Wohnung wünsche. Warum das Aktionsbündnis trotz dieser Erklärung an der Kundgebung festgehalten habe, „kann ich nicht nachvollziehen“, sagte Ley.

Simon Aulepp erklärte für das Aktionsbündnis, dass man nicht nun mehr gegen die GWG protestiere, sondern sich mit der GWG „solidarisch erkläre“. Man begrüße die Haltung, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft keine Nazitreffen in ihren Wohnungen dulde. Mit der Kundgebung an der Neuen Fahrt wolle man andere Vermieter ermutigen, diesem Vorbild zu folgen und keine „Naziumtriebe“ in ihren Immobilien zu dulden. (use)

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