Konferenz zu Elektromobilität: KVG will 18 Autos für Carsharing anschaffen

Kassel. Die KVG will ihr Verleihsystem von Elektroautos in Kassel ausbauen. Es ist geplant, den Fuhrpark von zwei auf 18 Fahrzeuge zu erweitern. Die Autos sollen von Kasselern wie Touristen genutzt werden.

Der Aufbau des Carsharing-Systems, bei dem sich mehrere Nutzer einen Fuhrpark teilen, ist Bestandteil des Forschungsprojektes „Free“, an dem neben der lokalen Wirtschaft die Uni Kassel und das Regionalmanagement beteiligt sind. Gestern wurde bei einer Konferenz im Schlosshotel Zwischenbilanz gezogen.

Egal ob Touristen einen Ausflug nach Schloss Wilhelmsthal planen oder autolose Kasseler ins Möbelhaus fahren wollen – für all diese Fälle sollen sie auf die E-Autos der KVG zurückgreifen können. Noch ist dieses Angebot in den Anfängen. Zwei Autos stehen derzeit an der Verleihstation am Hotel Gude in Niederzwehren. Genutzt werden können diese von Hotelgästen und allen Mitgliedern des deutschlandweiten Carsharing-Anbieters „Einfach mobil“ (www.einfach-mobil.de). Zehn Euro kostet die Ausleihe pro Stunde.

Mit einem Teil der 4,36 Mio. Euro, die für das vom Bund geförderte Forschungsprojekt „Free“ zur Verfügung stehen, will die KVG die Flotte auf 18 erweitern. „Als nächstes sollen zwei Autos am Schlosshotel und am Hotel Schweizer Hof stationiert werden“, sagt Markus Kollig von der KVG. Mit weiteren Hoteliers liefen Gespräche.

In der laufenden Einführungsphase sei der Betrieb noch nicht wirtschaftlich, weil die Anschaffung der elektrogetriebenen Renaults vom Typ Zoe mit 20 000 Euro zu hoch seien. Ziel sei es, das System so zu etablieren, dass jedes Fahrzeug monatlich 500 Euro Leasinggebühr einbringt. „Dann rentiert sich die Investition“, sagt Kollig.

Ebenfalls Bestandteil des Forschungsprojekts ist der Verleih von Elektrofahrrädern, der bereits weiter in der Region verbreitet ist. Die Firma Heinrich Müller aus Kassel bietet in Nordhessen inzwischen 70 Leihräder und ein Netz von 30 Verleih- und Ladestationen an. Die Tarife liegen zwischen 18 und 20 Euro pro Tag.

„Wir machen auch Tourenvorschläge“, sagt Firmenchef Heinrich Müller. Jedes der Räder sei 2013 im Schnitt 1300 Kilometer gefahren worden. Damit sei der Betrieb der von ihm selbst finanzierten Räder noch nicht rentabel, aber Müller ist optimistisch: „Das ist noch ausbaubar.“

Um den Verleih der elektromobilen Fahrzeuge in der Region zu vereinfachen, entwickelt das Fachgebiet Mensch-Maschine-Systemtechnik der Uni Kassel derzeit eine App für das Handy sowie ein Buchungssystem.

Auch für den Elektrobus der KVG, der zuletzt vor allem in der Aue unterwegs war, hat die KVG Pläne. Dieser solle für den touristischen Verkehr im Bergpark eingesetzt werden.

Rubriklistenbild: © Schachtschneider, Dieter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.