Eon Mitte trennt sich von ehemaligem Firmensitz - Brunsch & Meyer neue Eigentümer

EAM-Hochhaus am Scheidemannplatz ist verkauft

Hat einen neuen Besitzer: Das ehemalige EAM-Hochhaus am Scheidemannplatz gehört jetzt der Kasseler Brunsch & Meyer AG. Foto:  Koch

Kassel. Das EAM-Hochhaus am Scheidemannplatz hat einen neuen Besitzer. Das ehemalige Hauptverwaltungsgebäude des Energieversorgers gehört jetzt einer Tochtergesellschaft der Kasseler Brunsch & Meyer Grund und Boden AG.

„Wir sind froh, dass wir das Gebäude an ein erfahrenes Kasseler Altbau-Sanierungsunternehmen verkaufen konnten“, sagte gestern ein Sprecher des bisherigen Eigentürmers Eon Mitte.

Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Eon Mitte hatte das Gebäude auf dem Immobilienmarkt im Internet für 4,8 Millionen Euro angeboten.

Der Rohbau für das Verwaltungsgebäude ist fertig: Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1954. Foto:  Eon Mitte/nh

Das EAM-Hochhaus steht seit Mitte der 1950er-Jahre am Eingang zur Treppenstraße und gehört zusammen mit dem AOK-Gebäude an der Schönen Aussicht zu den herausragenden Architekturzeugnissen aus dieser Zeit. Deshalb steht es unter Denkmalschutz. Als Verwaltungssitz des Energieversorgers hatte das Gebäude seit 1993 ausgedient. Damals zog die EAM (heute Eon) an die Monteverdistraße (Brasselsberg). Nach einer umfassenden Renovierung hatte das Kasseler Regierungspräsidium das neunstöckige Gebäude gemietet.

„Der Mietvertrag läuft auf jeden Fall bis Ende 2015 und kann auch verlängert werden“, sagt ein Vorstandssprecher von Brunsch & Meyer. Vereinbart sei, dass Eon Mitte Vertrieb ab 2012 für drei Jahre die ehemaligen Räume der Sound Brothers mietet. Die Ladenfläche im dazugehörigen Nachbarhaus wird durch den Umzug des Geschäfts an die Wolfsschlucht frei. Auch das Kinderhilfswerk Unicef hat zwei Büroräume im EAM-Hochhaus gemietet. „An den Verträgen ändert sich durch den Besitzerwechsel nichts“, sagt der Sprecher von Brunsch & Meyer.

Postkartenmotiv aus den 1960er-Jahren: Das EAM-Hochhaus als Abschluss von Deutschlands erster Fußgängerzone, der Treppenstraße. Foto:  nh

Ob das Regierungspräsidium Hauptmieter im EAM-Hochhaus bleibt, ist bislang noch nicht geklärt. Brunsch & Meyer arbeitet seit Jahren mit dem Land Hessen bei der Sanierung und neuen Nutzung von Immobilien zusammen. Beispiele dafür sind das ehemalige Finanzamt an der Spohrstraße und das Bolero (früher Café Rosenhang).

Im EAM-Hochhaus müssen in absehbarer Zeit die Fenster erneuert werden. In Absprache mit der Denkmalpflege laufen nach Angaben von Brunsch & Meyer dafür bereits die Vorbereitungen. Am äußeren Erscheinungsbild des 50er-Jahre-Gebäudes soll sich  nichts  ändern. Durch den gelungenen Umbau des Scheidemannplatzes sei der Standort am Rande der Innenstadt und am Zugang zur Treppenstraße aufgewertet worden. „Wir haben bereits mehrere Anfragen von Mietinteressenten“, sagt der neue Besitzer. Auch  für  den  Fall, dass das Regierungspräsidium in  vier Jahren ausziehe, werde  es  keinen Leerstand geben.

Von Thomas Siemon

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