Vertrieb erst im Sommer

EAM hat bislang keine Strom- und Gaskunden - nur Netz wechselt Eigentümer

Kassel. Viereinhalb Monate nachdem Eon Mitte wieder zur EAM geworden war, hat das kommunale Unternehmen noch keinen einzigen Strom- und Gaskunden. Für 618 Millionen Euro hatten zwölf Landkreise und die Stadt Göttingen Eon Mitte übernommen und die EAM (Energie aus der Mitte) geformt.

Doch bei diesem „größten Geschäft in der Region“ – wie es genannt wird – wechselte nicht das gesamte Unternehmen, sondern nur das Strom- und Gasnetz den Eigentümer. Für den Vertrieb - und damit die 1,5 Millionen Kunden der Eon - hätte der Münchner Energieriese Eon mehr haben wollen.

Einen Vertrieb muss die EAM nun selbst aufbauen, und um die Kunden muss der regionale Versorger sich auch selbst bemühen. Das bedeutet: Wer jetzt Strom bei Eon kauft, bleibt dort auch Kunde – es sei denn, er kündigt.

Das ist möglich, denn Eon hat seine allgemeinen Stromlieferbedingungen aktualisiert. Das ist eine Formalität, sie führt aber dazu, dass Kunden zum 30. Juni kündigen können.

EAM hofft nun darauf, dass viele Privat- und Großkunden von Eon zu EAM wechseln. Mit einer groß angelegten Werbekampagne versucht das regionale Unternehmen, zumindest Interesse an einem Wechsel zu wecken. Doch statt mit Angeboten präsentiert sich EAM als Dauerbaustelle. Eon hingegen verspricht in Anzeigen drei Jahre konstante Preise.

Das Problem: Die EAM kann bis heute nicht sagen, wie teuer Strom und Gas sein werden und wie die Verträge aussehen. Die Rede ist von „fairen und transparenten Vertragsbedingungen“, „attraktiven Konditionen“ und von Strom aus erneuerbaren Quellen. Im Sommer soll der Vertrieb stehen, heißt es bei EAM. Es sei ein „sehr komplexes und aufwändiges Verfahren“. Die alten Strukturen von Eon Mitte müssten in die EAM übergeleitet werden, sagte Unternehmenssprecher René Schneider. (mic/ket/mwe)

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