Kasseler Energieversorger EAM: Werber reden von 20.000 Kunden

Kreis Kassel. Wird die Frage nach der Zahl der Kunden gestellt, gibt man sich in der Kasseler Zentrale des neugegründeten Energieversorgers EAM regelmäßig zugeknöpft.

Nur einmal, im Frühjahr dieses Jahres, wurde eine Zahl genannt: Seinerzeit hatten sich nach Angaben des Unternehmens, das zwölf Landkreisen, der Stadt Göttingen und gut 100 weiteren Kommunen gehört, etwa 10 000 Kunden für die EAM entschieden.

Während seither eher vage von Zuwächsen gesprochen wird, sind die Mitarbeiter, die im Auftrag des Unternehmens zurzeit in und vor zahlreichen Supermärkten in der Region um Kundschaft werben, offensichtlich redseliger. Gegenüber der HNA berichteten mehrere Leser, die Werber sprächen davon, dass sich aktuell bereits 20 000 Kunden für die EAM entschieden hätten.

Unternehmenssprecher René Schneider wollte diese Zahl auf Anfrage unserer Zeitung nicht kommentieren. „Ich bitte um Verständnis dafür, dass wir aus Wettbewerbsgründen keine Zahlen nennen“, sagte er. Die EAM stehe „unter scharfer Beobachtung“ seitens der Konkurrenz. Schneider betonte allerdings, dass die jüngste Werbekampagne des Ende 2013 gegründeten Energieversorgers fruchte. „Sie wirkt sich sehr positiv aus, das zeigen die Rückmeldungen“, sagte Schneider. Unter dem Motto „Ihr Zähler ist umgestellt, Ihre Stromrechnung noch nicht?“ wollen die Kasseler mit einem weitverbreiteten Irrglauben aufräumen: Zahlreiche Kunden des Vorgänger-Unternehmens Eon Mitte glauben nämlich, dass sie mit dem Verkauf des Versorgers an die Kommunen automatisch Kunden der EAM geworden sind.

Tatsächlich haben die Kommunen aber lediglich das Strom- und Gasnetz, nicht aber die Kunden von Eon Mitte übernommen. Wer nicht aktiv den Wechsel betreibt, erhält also nach wie vor Strom und Gas vom Eon-Konzern.

Verstärkt wurde das Missverständnis, als vor einigen Wochen beim Ablesen sämtlicher Zähler EAM-Aufkleber an denselben angebracht wurden (die HNA berichtete). Geschehen ist dies, weil die Zähler Teil des Strom- beziehungsweise Gasnetzes sind und damit der EAM gehören.

Der Aufkleber mit Servicenummer und E-Mail-Adresse sagt allerdings nichts darüber aus, von welchem Versorger der jeweilige Haushalt seine Energie bezieht. www.eam.de

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