Fast 300 Kasseler in vergangenen Wochen betroffen

EC-Karten ausspioniert: Datendiebe schlugen öfter zu

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Kassel. Die Kriminellen, die EC-Daten von Kunden der Santander Bank an der Wolfsschlucht ausgespäht und mit Kartenduplikaten über Ostern Geld von diesen Konten in Bangkok (Thailand) abgehoben haben, hatten in der Decke eine Mini-Kamera installiert.

Mit deren Hilfe kamen sie nach Angaben von Polizeisprecherin Sabine Knöll an die PIN-Nummern der Bankkunden, die zwischen dem 15. und 17. März dort Geld abgehoben haben.

Die Polizei rät dringend, die Hand bei der Eingabe der PIN-Nummern immer abzudecken, so dass diese nicht ausgespäht werden können. Die Überwachungskamera in der Santander Bank zeigt laut Knöll, wie zwei dunkel gekleidete Männer die Mini-Kamera an der Decke installieren.

Allerdings sei die Bildqualität sehr schlecht. „Sie sind leider nicht zu erkennen.“ Die Polizei hofft auf Zeugen aus der Nachbarschaft, die etwas Ungewöhnliches beobachtet haben. Die Täter hatten auch die Karteneinzugsgeräte im Kundenraum manipuliert.

Betroffen seien bislang 30 Kunden, den Schaden beziffert die Polizei auf 15.000 Euro. Da nicht nur Santander-Kunden in der Filiale Geld abhoben, sollten alle, die den Automaten nutzten, ihre Konten überprüfen und gegebenenfalls Anzeige erstatten. „Vielleicht bleibt es auch bei den 30 Opfern“, sagt Knöll.

Die Zahl der Opfer durch manipulierte Kartenlesegeräte in drei Kasseler Supermärkten ist inzwischen von 200 auf 250 gestiegen. Erst vor kurzem waren die EC-Daten der Kunden von drei Lebensmittelmärkten an der Leuschnerstraße, im Westring und in Niestetal-Sandershausen mit manipulierten Lesegeräten ausgespäht worden. 250 Kunden wurden dadurch geschädigt, die Täter hoben vom Ausland aus Geld von ihren Konten ab.

100.000 Euro Schaden

Der Gesamtschaden liegt laut Polizeisprecherin Knöll bei annähernd 100.000 Euro, im Schnitt seien 400 Euro abgehoben worden. Noch gebe es keine Tatverdächtigen, die Ermittlungen des Zentralkommissariats für Internetkriminalität dauerten an.

Opfer wurden auch Kunden der Kasseler Sparkasse. Ihre Anzahl hat sich nach Angaben von Pressesprecher Michael Krath von 110 auf 145 erhöht. Grundsätzlich können Kunden ihre EC-Karten für Abhebungen in Asien und anderen Ländern sperren lassen, wenn sie dies wünschen.

Man empfehle aber, den Leistungsumfang des Zahlungsmittels Sparkassencard nicht grundsätzlich einzuschränken, sagt Krath. „Denn zu den wichtigen Merkmalen dieses Zahlungsmittels gehört eben, dass es weltweit einsetzbar ist. Diesen Vorzug schätzen viele Kunden.“ Die Schäden durch Skimming, wie das Ausspähen der Bankdaten genannt wird, werde ihnen ersetzt.

Hinweise an die Polizei unter 05 61/91 00. Strafanzeigen können inzwischen auch online gestellt werden: www.polizei.hessen.de/onlinewache

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