Made in Kassel: Sie sind IT-Profis für die Kirchen

Informationstechnologie (IT) im Raum der Kirchen: ECKD-Geschäftsführer Michael Otto (links) und der Hauptbereichsleiter der Software-Entwicklung, Stefan Brenner, bei der Arbeit am kirchlichen Meldesystem Kira. Foto: Malmus

Kassel. Dass bundesweit Tausende Mitarbeiter von Kirchen, kirchlichen und anderen sozialen Einrichtungen pünktlich ihre Löhne und Gehälter bekommen, Kita-Abrechnungen verschickt werden und Melde- und Finanzwesen funktionieren, ist vor allem das Verdienst des Kasseler IT-Dienstleisters ECKD.

Die sperrige Abkürzung steht für EDV-Centrum für Kirche und Diakonie.

Vor 25 Jahren von den beiden Landeskirchen Kurhessen-Waldeck und Hessen-Nassau sowie der Evangelischen Bank (EB) in Kassel gegründet, haben sich die IT-Spezialisten in der kirchlichen Nische festgesetzt und fühlen sich dort sichtlich wohl. „Unsere Produkte und Dienstleistungen sind auf die Anforderungen der Kirche zugeschnitten. Darin sind wir gut und darauf konzentrieren wir uns“, beschreibt ECKD-Geschäftsführer Michael Otto das komplexe Geschäftsmodell mit einfachen Worten.

Gemeinsam mit Rudolf Müller führt er das mittelständische Unternehmen mit bundesweit 200 Mitarbeitern, davon 75 in der Firmenzentrale in Kassel. Zum Umsatz macht das Unternehmen keine Angaben. Er dürfte aber im unteren zweistelligen Millionenbereich liegen.

An der Wilhelmshöher Allee gegenüber des ICE-Bahnhofs sowie in einem großen Rechenzentrum in einem alten Telekom-Bunker aus der Zeit des Kalten Krieges in Lohfelden laufen die IT-Fäden einer Reihe von Landeskirchen sowie der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) als Dachorganisationen der beiden großen Konfessionen zusammen. Denn neben den Gründungsmitgliedern setzten auch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche/Hamburg), das Erzbistum Köln, die Evangelische Kirche im Rheinland (Düsseldorf), die Evangelische Kirche in Westfalen (Bielefeld) und die Evangelische Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz – teilweise als Gesellschafter – sowie eine Vielzahl von Kirchenkreisen und
-gemeinden auf die Dienste sowie die maßgeschneiderten Infrastruktur- und Software-Lösungen und auf das Projektmanagement der IT-Profis.

Bei all ihrem Handeln verfährt die ECKD-Gruppe nach den ethischen Grundsätzen des christlichen Glaubens. Aufträge für Dritte außerhalb der Kirchen sind zwar grundsätzlich möglich, aber kein Geschäftsfeld, das die Kasseler aktiv beackern.

Mensch im Vordergrund

Gleichzeitig wird Menschlichkeit in dem Unternehmen großgeschrieben – nach innen und außen. „Der Faktor Mensch steht bei uns sehr stark im Vordergrund“, erklärt Otto. „Wir gehen anders auf Menschen ein als die nicht kirchliche Konkurrenz“.

Und die versucht in dem großen Markt des kirchlichen Raums Fuß zu fassen, beobachtet der IT-Spezialist, der seit 19 Jahren im Dienst der ECKD steht und die Geschäftsführung erst unlängst übernommen hat. Im kirchlichen Raum tummeln sich etwa acht IT-Anbieter, wovon das ECKD der größte ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.