Aus und vorbei

Real muss schließen: Edeka und Kaufland übernehmen - auch Filiale in Kassel betroffen

Real steht vor dem Aus. Die Märkte werden zerschlagen und zum Teil von Edeka, Kaufland und Co. übernommen. In Kassel soll der Umbau noch in diesem Jahr folgen.

  • Die Handelskette Real GmbH wurde an die Investorengruppe SCP verkauft.
  • Unter anderem sind Berlin und Mönchengladbach betroffen. Die Filiale in Kassel* soll ebenfalls betroffen sein.
  • Sowohl Kaufland als auch Edeka* werden einige Real-Filialen übernehmen.

Update vom Mittwoch, 17.02.2021, 12.16 Uhr: Stück für Stück wird die Supermarkt-Kette Real abgebaut, nun steht fest: Auch Edeka darf bis zu 44 Real-Standorte übernehmen. Angemeldet hatte der deutsche Marktführer im Lebensmitteleinzelhandel jedoch 72 Standorte, der Übernahme der restlichen 28 Filialen schob das Kartellamt aber vorerst einen Riegel vor.

Vorerst, weil Edeka laut Informationen der Lebensmittelzeitung nicht so schnell aufgeben und weiter verhandeln möchte, um die Bedenken der Kartellwächter bei den übrigen Standorten noch auszuräumen. Experten gehen davon aus, dass Edeka bis zu einer Million Euro pro Real-Standort bezahlt. Wie es in einer Pressemitteilung heißt, sieht das Bundeskartellamt „in den regionalen Absatzmärkten von 28 dieser Standorte eine drohende erhebliche Behinderung des wirksamen Wettbewerbs durch den Zuerwerb der dortigen Real-Standorte durch die Edeka-Gruppe“.

In Göttingen gibt es zwei Real-Filialen*, doch über ihre Zukunft ist bislang offiziell noch gar nichts bekannt. Aber im Hintergrund gibt es Bewegung - aus einem der beiden Standorte könnte ein Globus werden.

Russische Investorengruppe will Real-Kette zerschlagen - Edeka und Kaufland interessiert

Erstmeldung vom Montag, 25.01.2021, 10.43 Uhr: Kassel - Nach rund zweijährigen Verhandlungen wurde der Verkauf der Supermarkt-Kette Real an die russische Investorengruppe SCP abgeschlossen. Laut Business Insider planen die Investoren, einen Großteil der 279 Real-Filialen an Kaufland, Edeka und Globus weiterzuverkaufen. Bis Mitte 2022 soll der Verkauf komplett abgeschlossen sein.

Die Lebensmittelzeitung berichtet indes, dass Kaufland in einem Brief seinen Lieferanten den Umbau von 13 Real-Standorten bis Mai angekündigt haben soll. Scheinbar kommen auch auf die Real-Filiale in Kassel Änderungen zu, allerdings steht bisher nicht fest, ob diese künftig unter neuer Flagge eröffnen wird.

Die Zerschlagung der Real-Märkte hat begonnen. Unter anderem werden sie von Kaufland übernommen - so auch in Kassel (Symbolbild).

Aus Real wird bald Kaufland: Viele Umbauten geplant - Unklar, was aus Filiale in Kassel wird

Die Standorte in Wildau und Gütersloh sollen bereits im März umgebaut werden, bis zum 12.04.2021 sollen die ehemaligen Real-Filialen in Kassel, Mönchengladbach, Nienburg, Viersen, Rastatt, Lahr, Berlin und Bremerhaven folgen. Die Real-Standorte in Garbsen und Regensburg hingegen sollen zum 3. Mai unter der Marke Kaufland wiedereröffnen.

Der neue Real-Eigentümer SCP will bis zu 150 Märkte an andere Händler abgeben und damit den Verkauf der Standorte so schnell wie möglich abwickeln, so die Lebensmittelzeitung weiter. Bis 2022 würden demnach noch etwa 100 der derzeit noch aktiven rund 260 Filialen übrig bleiben.

UnternehmenKaufland
HauptsitzNeckersulm
Gründungsjahr1984
Anzahl der Mitarbeiter132.000 (Dezember 2019)

Welche Real-Märkte übernimmt Kaufland? Kartellamt gestattet bis zu 92 Standorte

Laut der Lebensmittelzeitung soll Andreas Schopper, Einkauf-Leiter bei Kaufland, in dem zuvor erwähnten Brief schreiben, dass sich für die Hersteller eine große Umsatzchance ergeben könne, „da Kaufland heute eine fast doppelt so hohe Umsatzpotenzialausschöpfung erzielt wie Real“. Kaufland wünsche sich daher von den Herstellern einen Beitrag von bis zu 0,02 Prozent je übernommener Real-Filiale. Geht es nach dem Kartellamt, dürfte das Unternehmen Kaufland aus Neckarsulm (Baden-Württemberg) bis zu 92 Real-Standorte übernehmen.

Ursprünglich hatte Kaufland sogar geplant, bis zu 101 Real-Standorte zu übernehmen, allerdings stellten sich bei neun Märkten - Bedburg, Heidenau, Hemer, Heidenheim, Brandenburg, Neubrandenburg, Horb, Dülmen und Falkensee - die Wettbewerbshüter quer. Aufgrund fehlender Perspektiven hatte die Investorengruppe SCP bereits deutlich gemacht, dass rund 30 Real-Filialen definitiv geschlossen werden müssen, darunter in Berlin-Spandau, Duisburg-Süd und Goslar. (Nail Akkoyun) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Klaus Rainer Krieger via www.imago-images.de

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