"Egal was kommt" startet am 2. August

Bike-Abenteuer im Kino: Was ein Kasseler auf seiner Motorrad-Weltreise erlebte

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Vorschau im Open-Air-Kino: Christian Vogel stellte seinen Film „Egal was kommt“ am Freitag vor 600 Besuchern vor.  

Kassel. Der Kasseler Christian Vogel hat aus seiner Weltumrundung per Motorrad einen Kinofilm gemacht. "Egal was kommt" ist ab dem 2. August bundesweit im Kino zu sehen- und schon jetzt in Kassel.

Das Objekt der Freiheitsträume stand am Freitag vorn vor der Leinwand des Open-Air-Kinos im Hof des Dock 4: Auf dem expeditionstauglichen BMW-Motorrad ist der Kasseler Christian Vogel 2015 ins Ungewisse aufgebrochen und hat in 333 Tagen die Erde umrundet. Für den Biker und Mitarbeiter des hr-Fernsehens war das viel mehr als ein gut geplanter touristischer Egotrip. Es war ein Weg mit unerwarteten Schwierigkeiten und Schicksals-Eingriffen, die seine Weltsicht verändert haben.

Aus den Erlebnissen des 37-Jährigen ist der abendfüllende Film „Egal was kommt“ entstanden. Zwei Wochen vor dem Bundesstart war er schon mal als Preview im Open-Air-Kino zu sehen und stieß auf großes Interesse: In langer Reihe bis zum Steinweg stand das Publikum nach Karten an. Die 600 Plätze waren großteils schon online weggegangen. „Wir hätten heute über 1000 Tickets verkaufen können“, sagte Veranstalter Burkhard Hofmann vom Filmladen-Team. Ab dem 2. August wird der Film im Kasseler Bali-Kino zu sehen sein.

Geschichten vom Aufbruch, vom Alles-zurücklassen und vom Weg zu sich selbst inspirieren spätestens seit Hape Kerkelings Jakobsweg-Saga ein breites Publikum und nicht nur viele Biker, die am Freitag mit Vogels Maschine Selfies machten. Da der Autor und Protagonist aus dem TV-Metier kommt, liefen handliche Kameras unterwegs ständig mit – an die Maschine montiert, vom Biker bedient oder, wenn das gerade nicht ging, auch mal Weggefährten in die Hand gedrückt.

Im persönlichen Gespräch beteuert Vogel: Es sei beim Start in sein großes Abenteuer noch kein Gedanke daran gewesen, aus dem Material einen Kinofilm zu machen. Er weiß wohl: Hätte er nicht in Indien diesen einschneidenden Unfall gehabt, der alle Planungen über den Haufen warf – dann wäre aus seinen 600 Stunden Material wohl nicht mehr als eine der ungezählten Allerwelts-Reisedokus geworden.

Nachdem er wieder in der Heimat war, so Vogel, habe er die Einschätzung von Kollegen eingeholt: „Ist das vielleicht ’ne Geschichte?“ Bei mehreren TV-Sendern habe die lapidare Auskunft gelautet: Mach doch erst mal den Film. Und dann sehe man weiter.

Eine richtig große Produktion kann man aber als Einzelkämpfer nicht ohne Weiteres schultern. Da braucht es Menschen, die helfen, fördern, ihre Kontakte spielen lassen, an eine Idee ebenfalls glauben. Im Fall des Films „Egal was kommt“ war das für Christian Vogel der Hagener Produzent Simon Busch, dessen Busch Media Group das Roadmovie demnächst in die Kinos bringt. Im Vorvertrag war mal von 20 Spielstätten die Rede, nun soll „Egal was kommt“ in 150 deutschen und österreichischen Kinos anlaufen.

Im Moped-Strom in Südasien: Auf der Weltreise von Christian Vogel (vorn) lief die Kamera immer mit.

Die Entstehungsgeschichte des Filmprojekts erzählt sich aus Vogels Mund stimmig, weil dies das Leitmotiv und die Quintessenz seines gesamten Reiseabenteuers ist: Niemand ist letztlich der losgelöste Individualist, als der er sich bei solchen Vorhaben selbst empfindet. Mit diesem Ansatz ist der Film schließlich mehr geworden als eine bloße Reisedoku. Nämlich auch ein Plädoyer für Vertrauen und Solidarität. Und eine Liebeserklärung an nahestehende Menschen, die den Spleen von der Weltumrundung mittragen und mit am Laufen halten.

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