Ministerium: Regeln gegen Ehec sind ausreichend, sie müssen nur eingehalten werden

Ehec von Mensch auf Lebensmittel: So kam der Keim ins Essen

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Hygiene ist ein Muss: Wer Feiern und andere Veranstaltungen mit Essen beliefert, ist in Zeiten von Ehec besonderen Risiken ausgesetzt, wie sich am Fall des Kaufunger Partyservices zeigt. Unser Bild wurde nicht bei der betroffenen Firma aufgenommen.

Kassel. Am Fall der regionalen Ehec-Erkrankungswelle konnten die Gesundheitsbehörden im Detail nachvollziehen, wie sich der aggressive Darmkeim O 104 von infizierten Personen, die mit Lebensmitteln arbeiten, auf weitere Menschen überträgt.

Nach den Laborbefunden, die am Freitag in Wiesbaden veröffentlicht wurden, hat es sich im Fall des Kaufunger Partyservice zweifelsfrei so abgespielt. 20 Menschen sind schwer erkrankt, nachdem das Unternehmen am 28. Mai eine Familienfeier in Staufenberg-Uschlag mit Essen beliefert hatte.

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Die Analyse habe ergeben, dass all diese Krankheitsfälle von Keimen desselben Ehec-Typs ausgelöst worden sind, sagte Pressesprecherin Susanne Andriessens vom Hessischen Sozialministerium. Damit stehe der Partyservice als Quelle der Erkrankungen fest. Die Keime, die auf Lebensmitteln wie Lachs und Paprika gefunden wurden, sind demnach also von der infizierten Betreiberin auf das Essen übertragen worden.

Erstmals im Lauf der aktuellen Ehec-Welle sei die Verbreitung des Keims O 104 auf diesem Übertragungsweg so lückenlos nachvollzogen worden, sagte die Sprecherin. Gleichwohl sei es „eine bekannte Tatsache, dass sich Keime auf diese Weise verbreiten können“.

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Die Gesundheitsbehörden des Landes sähen nach diesem Analysebefund keinen Anlass, die Hygienevorschriften für vergleichbare Betriebe, die mit Lebensmitteln umgehen, zu verschärfen, sagte Susanne Andriessens: „Es gibt ja allgemeine Regeln, und wenn die tatsächlich eingehalten werden, dürften sich die Erreger nicht übertragen.“

In diesem Zusammenhang wies die Sprecherin nochmals darauf hin, wie wichtig gründliches Händewaschen nach dem Toilettenbesuch und vor dem Essen ist: „Die Ehec-Keime sind auch vor dem Ausbruch und nach dem Abklingen der Symptome aktiv.“ Besonders vorsichtig müssten Personen sein, die im Lebensmittelbereich, im Gesundheitswesen oder in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten.

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Nach früheren Informationen der Behörden könnte sich die 67-jährige Betreiberin des Kaufunger Partyservices bei ihrer in Südhessen lebenden Tochter infiziert haben. Dies wollte die Sprecherin gestern weder bestätigen noch verneinen. Sie korrigierte die bisher genannten Zahlen der Betroffenen: 65 Personen seien bei dem Familienfest zu Gast gewesen, im Zusammenhang mit der Feier seien nach aktuellem Stand 20 Menschen an Ehec erkrankt.

Alles zur Ausbreitung der Ehec-Welle in Nordhessen finden Sie im HNA-Regiowiki.

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