Eigentümer hat gewechselt

Ehemalige Barracuda Bar: Altbau in Kasseler Südstadt wird aufgehübscht

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Eigentümer investiert: Der Altbau an der Auestadion-Kreuzung wird derzeit saniert. Das Haus wurde 1906 erbaut. Im Erdgeschoss war lange die Gaststätte Roon ansässig, später die Barracuda Bar.

Kassel. Das Gebäude an der Frankfurter Straße/ Ecke Am Auestadion ist nicht im besten Zustand. Doch nach dem Eigentümerwechsel tut sich etwas am Altbau, der eine lange Geschichte als Gastrostandort hat.

Wer am Auestadion von der A49 nach Kassel reinfährt, der bekommt nicht den besten ersten Eindruck von Kassel - zumindest beim Anblick des markanten Hauses.

Manuel Wunderlich aus Edermünde hat das 1906 erbaute Gebäude im Jahr 2010 gekauft. Als er das Haus von einem Darmstädter übernahm, hatte sich bereits ein langer Sanierungsstau gebildet. „Ich habe zunächst die 16 Wohnungen nach und nach saniert“, sagt Wunderlich. Nun werde die Fassade gereinigt und neu versiegelt, damit sie weniger anfällig für den Dreck der Straße ist.

Mieten sollen bezahlbar bleiben

Eine „Riesensanierung“ sei nicht geplant. Er wolle das Gebäude vielmehr Stück für Stück instand setzen. „Ich bin kein Freund von Luxussanierungen. Die Mieten sollen bezahlbar bleiben“, sagt Wunderlich. Der Vorbesitzer habe mit Einsprüchen dafür gesorgt, dass der Altbau erst kurz vor dem Eigentumsübergang unter Denkmalschutz gestellt wurde. So waren in den Jahren zuvor einige Umbauten vorgenommen worden, die heute nicht mehr zulässig wären.

Der Turm des Gebäudes wurde in den 1980er-Jahren begradigt und statt Holz- wurden Kunststofffenster eingebaut. Auch die Balkone an der Gebäudeecke gibt es nicht mehr.

Zum Schluss war es die Barracuda Bar

Erbaut hatte das Haus 1906 der Kaufmann Heinrich Erikson aus Bettenhausen. Erikson hatte auch die drei Nachbargebäude errichten lassen, die sich in Richtung des früheren Kinderkrankenhauses Park Schönfeld anschließen. Zur Zeit der Erbauung standen die Häuser noch weit außerhalb der Innenstadt. „Den wirtschaftlichen Anreiz für den Bau dieser Häuserzeile bot sicherlich der Bau der gegenüberliegenden Jägerkaserne, deren Planungen 1903 begonnen hatten“, sagt Historiker Christian Presche.

Blick zurück: Das Bild aus den 1950ern zeigt das Dach des Hauses (vorne links), die Frankfurter Straße, Roonstraße (heute Ludwig-Mond-Straße) sowie ein Blick über das Auefeld. Bitte klicken Sie in die obere rechte Ecke des Bildes, um das komplette Motiv zu sehen.

Schon zur Bauzeit wurde für das Eckhaus, das im Krieg kaum zerstört wurde, eine Schankkonzession beantragt. Viele Jahrzehnte war dort das gutbürgerliche Gasthaus „Roon“ beheimatet – in Anlehnung an die Roonstraße, wie die Ludwig-Mond-Straße seinerzeit hieß. Zuletzt war in den Gasträumen die „Barracuda Bar“ zu Hause. Diese schloss im Jahr 2008. Inzwischen wurde die ehemalige Bar zu einer Wohnung umgebaut.

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