Ehemalige MEG-Zentrale im Industriepark Waldau: Viele neue Firmen angesiedelt

Wieder vermietet: Die MEG-Fahnen sind verschwunden. In dem einstigen Sitz des pleitegegangenen Versicherungsvermittlers MEG an der Falderbaumstraße haben sich neue Firmen angesiedelt. Foto: Schachtschneider

Kassel. Es ist ruhig. Auch aus der Kantine im Erdgeschoss der früheren MEG-Zentrale an der Falderbaumstraße dringt an diesem Vormittag kein Laut. Die Menschen, die in dem ehemaligen Firmensitz des Versicherungsvermittlers arbeiten, sitzen an ihren Schreibtischen.

Auf den ersten Blick erinnert nichts mehr an das pleitegegangene Göker-Imperium, das bis zuletzt für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Nur in der einstigen Vorstandsetage im vierten Stock hat Mehmet Göker Spuren hinterlassen. In seinem ehemaligen Büro sitzt nun der Vertriebsdirektor der Logos Finanzatlas GmbH. Hauptsitz des Unternehmens ist Rastatt. Die Niederlassung in Kassel verkauft wie einst die MEG vor allem private Krankenversicherungen. „Wir vermitteln im Grunde dasselbe System“, sagt er. Namentlich möchte er nicht genannt werden.  „Aber wir haben aus den Fehlern gelernt.“ Man wolle die Kunden gut beraten und verlässlicher Ansprechpartner sein.

Der Vertriebsdirektor gehörte zu den Führungskräften der MEG, die das Gebäude von dem für Volks- und Raiffeisenbanken tätigen Karlsruher Dienstleister Fiducia gemietet hatte. Nun führen er und drei weitere Direktoren, die ebenfalls in Gökers Diensten standen, ein Team von 20 Mitarbeitern. Langfristig sollen es mehr werden.

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In der dunklen Schrankwand bewahrt er eine Magnumflasche mit teurem Obstbrand auf, mit der sich Göker gelegentlich erkenntlich zeigte. „Am Mobiliar hat sich nicht viel geändert“, sagt der Vertriebsdirektor. Bis auf das, was der Insolvenzverwalter zu Geld gemacht habe, sei noch alles vorhanden.

Keine Bedenken, dass sich der alte Standort negativ aufs Image auswirken könnte? „Nein“, sagt er. „Wir haben Kunden aus ganz Deutschland, die kennen den Standort nicht.“ Die Geschäfte würden meist am Telefon gemacht.Zudem seien die von Fiducia gemieteten Räume „die schönsten in ganz Kassel“. Dazu gehört auch eine große Dachterrasse mit Blick auf die Stadt.

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Die Etage darunter ist noch frei. Im ersten Stock sitzt die Kasseler Bank. Die zweite Etage hat die Firma Serto Rohrleitungstechnik bezogen, die im Apparatebau für die chemische Industrie tätig ist. Vertriebsleiter Michael Busch fühlt sich an seinem neuen Arbeitsplatz wohl. „Dem haftet kein alter Stallgeruch an. Es ein schönes, großes, helles Gebäude“, sagt Busch und zählt die Vorteile auf: Bushaltestelle vor der Tür, Kantine im Haus und nur 800 Meter Luftlinie vom alten Standort in Fuldabrück-Bergshausen entfernt. Nachdem die Produktion an den Hauptstandort des Unternehmens in die Schweiz gegangen war, habe das alte Gebäude ausgedient.

Nun sitzen die 25 Mitarbeiter in hellen Büroräumen. „Und wir haben noch ein bisschen Platz für Zuwachs.“ Die unrühmliche MEG-Geschichte könne dem Unternehmen nichts anhaben, sagt der Vertriebsleiter. „Wir sind überregional tätig. Außerhalb von Kassel kennt keiner das Haus.“

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