Musik war seine Leidenschaft

Ehemaliger "Ducks"-Manager Rainer Mösta gestorben

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Rainer Mösta: Der ehemalige Manager der Band "Ducks" ist im Alter von 69 Jahren gestorben. (Archivbild von 2010)

Kassel. Rainer „Schäfchen“ Mösta, der ehemalige Manager der Kasseler Band Ducks, ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Mösta, der eine Metallschleiferei an der Ihringshäuser Straße hatte, brach am Dienstag in seinem Büro zusammen. Metallschleiferei war Möstas Beruf, seine Leidenschaft war die Musik.

Die „Ducks“ waren in den 60er-Jahren die beliebteste Band in Nordhessen. Kassel war damals eine Hochburg der Beatmusik. Viele englische Gruppen machten auf ihren Konzerttouren zwischen Hamburg und Frankfurt damals auch hier Station. Aber nicht nur die Stars kamen nach Kassel, umgekehrt wurden die Kasseler auch zu Stars.

Die „Ducks“ wurden als einzige Kasseler Band sogar in den weltberühmten Hamburger Star Club eingeladen. „Ich weiß noch, was wir als Erstes spielten“, sagte Rainer Mösta im September vor zwei Jahren gegenüber der HNA: „Es war Lady Madonna. Und wir haben für unseren Auftritt mehr Gage bekommen als die Scorpions, die ebenfalls auftraten.“ Darauf sei er immer stolz gewesen. Die „Ducks" gab es bis Anfang der 70er-Jahre.

Fotostrecke: Bilder aus dem Leben von Rainer Mösta

Bilder aus dem Leben von Rainer Mösta

Einen Herzenswusch hat sich Mösta im März dieses Jahres noch erfüllt. Er trommelte seine „Ducks“, die Musiker Walter Wirkner, Ricky West, Michael Brundig, Martin Großkurth, Gerd „Zwieback“ Kotschewa und Arno Dittrich, für ein Konzert im Elgerhaus in Elgershausen zusammen. Vor über 700 Leuten spielten die „Ducks“. Die Halle tobte. Es war der letzte gemeinsame Auftritt, „so als ob er was geahnt hätte“, sagt Dittrich über seinen verstorbenen Freund „Er war der einzige Manager, den ich gekannt habe, der das alles nicht wegen des Geldes, sondern aus Liebe zur Musik gemacht hat.“

Seinen Spitznamen hatte Rainer Mösta seiner Treue zu verdanken. Bevor er 1966 Manager der „Ducks“ wurde, besuchte er jedes Konzert der Band. Eines Tages habe die Freundin eines Musikers zu ihm gesagt: „Rainer, Du bist so treu wie ein Schäfchen. Du fährst immer hinterher.“ Seitdem hieß er Schäfchen, erzählt seine Frau Barbara Mösta, die er vor 42 Jahren heiratete. Ihr Mann sei zwar sehr musikbegeistert, selbst aber „total unmusikalisch“ gewesen. Getanzt habe er auch nicht gern, um so lieber hat er Musik gehört und sich unterhalten.

Mösta war ein geselliger Mensch ohne Berührungsängste. Neben Musik war Fußball seine Leidenschaft. Mösta war Mitglied beim FC Bayern München. Zudem reiste er mit seiner Frau um die ganze Welt. Erst vor Kurzem war das kinderlose Paar aus einem zweiwöchigen Türkeiurlaub zurückgekehrt. (use)

Rainer Möstas Lieblingslieder waren „The Great Pretender“ von Freddy Mecury und „Unchained Melody“ von den Righteous Brothers. Sie sollen auf der Trauerfeier gespielt werden.

Die Trauerfeier findet am Dienstag, 16. Oktober, 12 Uhr, in der Hauptfriedhofskapelle, Karolinenstraße, statt.

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