Ehemaliges Hessentagspaar macht jetzt Theater

Die Guckkastenbühne ist eine Mischung aus Kantine und Schiffsdeck: Das ehemalige Hessentagspaar Alexandra Berge und Tobias Krechel lädt demnächst zum Theatergenuss ins Biond-Restaurant auf der Marbachshöhe ein. Foto: Schachtschneider

Kassel. Ihre Zeit als Hessentagspaar ist vorüber. Unzählige Hände wurden geschüttelt, viele Kilometer in Festumzügen gelaufen und Abertausende Fotos gemacht.

Das Amt, das Alexandra Berge (40) und Tobias Krechel (45) über Monate so souverän, frisch und gleichzeitig würdevoll ausgefüllt haben, hat Spuren und Eindrücke hinterlassen. „Es war gewaltig, es war erlebnisreich“, schwärmt Krechel. „Wir hätten nicht gedacht, dass es so viel Spaß macht.“

Und das, obwohl das unkonventionelle Hessentagspaar ohne Zopf und Tracht seine Aufgabe zu repräsentieren mit großer Ernsthaftigkeit in Angriff genommen hatte. Berge: „Wir haben uns auf jeden Aufritt vorbereitet.“ Und: Stets sei alles von Herzen gekommen. Die große Sympathie, die den beiden im Gegenzug von der Kasseler Bevölkerung entgegenschlug - und bis heute anhält -, ist nicht zuletzt auch der Kommunikationsfreudigkeit und Menschenliebe des Paars geschuldet.

Inzwischen können sich beide wieder auf ihre hauptberuflichen Tätigkeiten konzentrieren, Berge als Leiterin der Geschäftsstelle des Kasseler Kunstvereins und Krechel als Geschäftsführer der Well-Being-Stiftung.

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Auch wenn die Hessentagskostüme längst im Schrank hängen, hat das Amt seine Nachwirkungen. Jüngst erhielten die beiden die seltene Auszeichnung „Kasseläner honoris causa“. „Eine Ehre, über die wir uns sehr gefreut haben“, sagt Berge. Demnächst wird die gerahmte Urkunde im Flur der gemeinsamen Wohnung in der Nordstadt einen besonderen Platz bekommen.

Die Zeit als Hessentagspaar hat die beiden noch mehr zusammengeschweißt und sie zu einer Erkenntnis gebracht: „Wir haben festgestellt, dass wir ein Team sind, das auch professionell gut zusammenarbeiten kann“, sagt Krechel. Das habe direkt dazu geführt, dass sie jetzt gemeinsam ein Theaterprojekt in Angriff genommen haben, das „Theater zwei“. Es wird sich am 8. März mit der Premiere des Stücks „Titanic - Schöne Menschen spielen große Gefühle“ im Biond-Restaurant an der Wilhelmine-Halberstadt-Straße der Öffentlichkeit präsentieren. Das Theaterstück hat der freie Regisseur Krechel 1998 in einem Autorenkollektiv für das Schauspiel Bonn geschrieben, und es ist zurzeit unter anderem in Hof und Minden zu sehen. Da das Stück in einer Kantine spielt, in der zwei Küchenhilfen ihren romantischen Träumen nach Hollywood-Manier nachhängen, kam das Angebot der Biond-Betreiber Burkhard Stephan und Mareike Bannemann, das Stück im Restaurant aufzuführen, gerade recht.

„Wir haben uns schon vor der Hessentagszeit in Kassel wohlgefühlt und waren gut vernetzt, aber jetzt ist alles noch mal interessanter und weiter geworden“, sagt Berge. Die Zeit war offenbar auch inspirierend. Für die nächste Zukunft haben die beiden Kreativen jedenfalls eine Menge Pläne in und für Kassel.

Hintergrund

Der Name „Theater zwei“ entstand in Anspielung auf Tobias Krechels Theateraktivitäten unter anderem für das Staatstheater und das Theater im Centrum. Das Zwei-Personen-Stück „Titanic - Schöne Menschen spielen große Gefühle“ hat Krechel in einem Autorenkollektiv geschrieben. Es wurde im Fischer-Verlag verlegt und hatte 1998 in Bonn seine Uraufführung. In Kassel spielen Inga Jamry und Odilie Kennerknech die zwei Kantinen-Mitarbeiterinnen, die sich mithilfe des Hollywoodstreifens „Titanic“ aus der Realität wegträumen wollen.

Premiere ist am Samstag, 8. März, 20 Uhr, im Biond-Restaurant, Wilhelmine-Halberstadt-Straße 2-4. Weitere Aufführungen: 9., 14., 15., 16., 28., 29. und 30. März. Karten unter Tel.: 76 66 88 56 oder E-Mail: theaterzwei@gmx.de

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