Land Hessen sucht neuen Eigentümer

Ehemaliges Versorgungsamt in Kassel unterm Hammer

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Steht seit knapp einem Jahr leer: Die Südstadtbewohner wünschen sich für die Brache an der Frankfurter Straßen in erster Linie eine Adresse für bezahlbaren Wohnraum. 

Südstadt. Wie geht es weiter mit der Immobilie des ehemaligen Versorgungsamtes an der Frankfurter Straße 84a in Kassel?

„Der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) wird das Objekt noch in diesem Quartal öffentlich zum Kauf anbieten“, lautet die Antwort durch den LBIH-Sprecher Alexander Hoffmann aus Wiesbaden auf die Anfrage unserer Zeitung.

Putz bröckelt im Versorgungsamt

Im Stadtteil hatte man sich in den vergangenen Monaten viele Sorgen über und auch Gedanken zur Zukunft der Immobilie gemacht. Die Mieter sind aus dem achtstöckigen Hochhaus mit dem angrenzenden Gebäudetrakt, in dem bis vor Monaten noch das Hessische Amt für Versorgung und Soziales untergebracht war, längst ausgezogen. Es steht leer. 

Seit Jahren ist das Portal im Eingangsbereich mit einem Baugerüst geschützt, weil bröckelnder Putz der Balkone Passanten gefährden könnte. Jetzt ist das gesamte Grundstück mit einem hohen Zaun abgesperrt, Schilder mahnen: Betreten des Grundstücks verboten.

Das Objekt wurde abgesperrt, um zu verhindern, dass sich Unbefugte Zutritt verschaffen können, hieß es. Das Land will das Grundstück mit dem 1970er-Jahre-Bau verkaufen. Es sei nicht zu erwarten, dass ein Käufer das ehemalige Wohnhaus weiter nutzen wird. Ein Gutachten hatte den Sanierungsbedarf auf 14 Mio. Euro beziffert. Festgestellt wurden unter anderem Risse in der Außenfassade sowie Brandschutzmängel.

Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum

Das Versorgungsamt hatte seine Büros bereits vor einem Jahr geräumt und war in den Kasseler Osten, an die Mündener Straße 4, gezogen. Dort haben die 130 Mitarbeiter Räume im frei gewordene SMA-Gebäude bezogen. 

Lange hatte das Land nach einem Standort für das Amt, das vor allem Elterngeldanträge sowie Anträge nach dem Schwerbehindertenrecht aus Kassel und den Kreisen Kassel, Schwalm-Eder, Werra-Meißner und Waldeck-Frankenberg bearbeitet, gesucht. Der Ortsbeirat der Südstadt wünscht sich jetzt an der Frankfurter Straße „bezahlbaren Wohnraum“. Geschäfte im Erdgeschoss seien ebenfalls vorstellbar, aber Wohnen sollte Priorität haben, so Ortsvorsteherin Kerstin Saric (Grüne). Ortsbeirat und AG Südstadt können sich auch einen Ort für Bürgertreffs vorstellen. Saric: „Es sollte bald etwas passieren. So eine Brache mitten im Stadtteil ist unschön“.

Studenten suchen nach Lösung für das Areal

Neue Ideen: Anatol Rettberg (von links), Sara Scheffler, Naima Hartmann und Pascal Simon wollen mit Bürgern neue Konzepte für das Gebäude des ehemaligen Versorgungsamts in Kassel entwerfen.

Eine neue Initiative der Südstadt AG zusammen mit einer Gruppe von Architekturstudenten hat zum Ziel, gemeinsam nach der idealen Lösung für eine Nutzung des Areals zu suchen. Sie wünschten sich ein qualitatives Bieterverfahren für die Immobilie, zudem möchten sie für die Entwicklung eine Bürgerbeteiligung erreichen. „Wir möchten, dass da etwas entsteht, das zukunftsträchtig ist“, sagt Gita Wikullil von der Südstadt AG., deshalb müsse man beim Planen das gesamte Areal ins Auge nehmen. Man habe durchaus den Eindruck, dass das Land Hessen ein offenes Ohr für die Initiative hat. Auch zum Planungsamt der Stadt sei bereits ein Kontakt hergestellt. (chr/pjw)

Während der  Ortsbeiratssitzungin der Südstadt, am Dienstag, 16. Januar, ab 19 Uhr im Johannessaal des Diakonischen Werks, Frankfurter Straße 78 a, stellt unter anderem die Studenten-Initiative ihr Projekt vor.

Mehr Infos unter: www.amtfuerneues.com

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