Hessischer Verdienstorden für Mengeringhaus

Ehrung für Gründer der Kasseler Tafel

Hans Mengeringhaus, dem Gründer der Kasseler Tafel, wurde der Hessische Verdienstorden am Bande überreicht. Foto: Oschmann

Kassel. Typisch Hans Mengeringhaus: Die Ehre und Anerkennung für seine Person gab der 76-Jährige in seinen Dankesworten gleich weiter. Seit 1997, als der in Homberg / Niederrhein Geborene in der Fuldastadt die Kasseler Tafel gründete, engagiert er sich für Bedürftige.

Dafür wurde Hans Mengeringhaus jetzt in einer Feierstunde im Rathaus mit dem Hessischen Verdienstorden ausgezeichnet. Und er gab den Dank gleich weiter an alle bundesweit ehrenamtlich Tätigen aller Tafeln.

„Die Tafeln sollen nicht mehr werden“, wünschte sich Mengeringhaus. „Je weniger wir sie brauchen, desto besser. Das Ziel ist erreicht, wenn wir sie überhaupt nicht mehr brauchen“, sagte er. Und eigentlich dürfe keine Stadt stolz auf ihre Tafel sein.

Kultusministerin Eva Kühne-Hörmann, die den Verdienstorden überreichte, sagte in ihrer Laudatio, Mengeringhaus sei Wegbereiter einer Idee gewesen, deren Umsetzung er in Hessen und ganz Deutschland maßgeblich mitgestaltet habe. Der Idee und dem unermüdlichen Engagement Mengeringhaus’ seien die rund 900 Tafeln bundesweit zu verdanken.

Kühne-Hörmann erläuterte, dass jeder Bürge pro Jahr rund 80 Kilogramm Lebensmittel wegwerfe. Menschen wie Hans Mengeringhaus sei es zu verdanken, dass diese immer wieder den Weg zu Bedürftigen finden.

Mengeringhaus, der von Beruf technischer Kaufmann und verheiratet ist und zwei Kinder hat, startete nach seinem Ruhestand sein ehrenamtliches Engagement. 1997 gründete er die Kasseler Tafel, war deren Vorsitzender und später Ländervertreter, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Deutsche Tafel und stellvertretender Vorstandsvorsitzender in Berlin.

Mengeringhaus sagte, dass ihm die Arbeit für die Tafel immer auch Selbstbestätigung gegeben habe. Aus gesundheitlichen Gründen habe er im vergangenen Jahr auf eine erneute Kandidatur als stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes Deutsche Tafel verzichten müssen.

Oberbürgermeister Bertram Hilgen erinnerte an die harte Überzeugungsarbeit, die der Geehrte anfangs bei der Suche nach Mitstreitern leisten musste. „Heute sind alle Schwellenängste längst überwunden“, schloss der OB.

Von Sabine Oschmann

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