Verlegerin Renate Matthei erhielt das Bundesverdienstkreuz

Trifft den Ton: Verlegerin und Musikexpertin Renate Matthei ist für ihr Wirken geehrt worden. Foto: Zgoll/nh

Kassel. Hohe Ehrung für eine erstaunliche und für die Region bedeutende Karriere aus Kassel: Renate Matthei (58), die Gründerin und Geschäftsführerin des Furore-Verlags, hat am Donnerstag in Berlin von Bundespräsident Joachim Gauck das Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht bekommen.

Damit wurde ihr vielfältiges kulturelles Engagement über viele Jahre gewürdigt. In der Begründung wird außerdem ihre Mitgliedschaft im Vorstand des internationalen Arbeitskreises „Frau und Musik“ hervorgehoben. Dessen Archiv verfügt mit rund 20 000 Medieneinheiten über den weltweit größten Bestand an Noten, Literatur, Tonträgern und Bildmaterialien von Komponistinnen.

Zudem ist Matthei Mitgründerin und Vorstandsmitglied des Kasseler Kulturforums. Es bietet Kulturschaffenden Gelegenheit, sich einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Weiterhin ist sie Mitbegründerin und Organisatorin des Kasseler Kultursalons, der es Künstlern ermöglicht, mit einem interessierten Publikum zu sprechen und Einblick in die Entstehung von Kunst- und Kulturprojekten gewährt.

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wurde 1951 von Bundespräsident Theodor Heuss gestiftet, um „verdienten Männern und Frauen des deutschen Volkes und des Auslandes Anerkennung und Dank sichtbar zum Ausdruck zu bringen“. Nur in wenigen Fällen händigt ihn der Bundespräsident selbst aus – es sei denn, er möchte die Aufmerksamkeit auf Leistungen lenken, die er für besonders bedeutsam hält.

Nur Komponistinnen

Renate Matthei gründete 1986 den Furore-Verlag, der sich als einziger Musikverlag weltweit ausschließlich der Veröffentlichung von Noten und Büchern von und über Komponistinnen widmet und CDs mit Aufnahmen ihrer Werke vertreibt. Im aktuellen Katalog finden sich mehr als 1000 Werke von etwa 150 musikschaffenden Frauen aus Europa, Amerika, Asien und Australien. Die Zeitspanne der Entstehung dieser Musik reicht vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. 2011 feierte der Verlag sein 25-jähriges Jubiläum. Viermal erhielt der Verlag für ausgewählte Notenausgaben den Deutschen Musikeditionspreis „Best Edition“.

Renate Matthei wurde in Kassel als Tochter des Musikverlegers Wolfgang Matthei geboren. Die studierte Betriebswirtin arbeitete zunächst für ein Grafik-Unternehmen und war Dozentin beim Berufsfortbildungswerk des DGB. 1986 gründete sie den Furore-Verlag. 1997 übernahm sie den Euregio-Verlag, 2005 kamen der Merseburger Musikverlag und 2007 der Musikverlag Pan hinzu.

Von Christina Hein

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.