Für Herbst haben sich nur 27 Schüler angemeldet

Zu wenig Schüler-Interesse: Eichendorff-Schule vor dem Aus

Plakativ: Schüler der Joseph-von Eichendorff-Schule betonten vor der Podiumsdiskussion mit Plakaten ihre Forderung für den Erhalt der Gesamtschule in Bettenhausen. Foto: Konrad

Kassel. Trübe Aussichten für die Joseph-von-Eichendorff-Schule (JES): Das Statistische Landesamt hat einen Rückgang der Schülerzahlen an den allgemeinbildenden Schulen in Kassel um rund 16 Prozent berechnet. Nirgendwo in der Stadt zeigt sich diese demographische Entwicklung mehr als an der JES.

Seit Jahren sind die Einwahlzahlen an der Bettenhäuser Gesamtschule rückläufig. Dementsprechend spitzten sich auch die Diskussionen um eine Schließung der Schule zunehmend dramatisch zu. Eine Entscheidung über die Zukunft der Schule wird seit Jahren zwischen dem Land Hessen und dem Schulträger, der Stadt Kassel, hin- und hergeschoben.

Das Staatliche Schulamt hatte bereits im vergangenen sowie im aktuellen Schuljahr in Briefen die Eltern der neuen fünften Klassen darauf hingewiesen, dass die Schule dieses nicht sicherstellen könne.

Die Schüler, die derzeit die Förderstufe der Schule besuchen, können auf jeden Fall ihre Abschlüsse machen und erhalten auch die entsprechende Förderung. Das sagte Schuldezernentin Anne Janz am Dienstagabend bei einer Podiumsdiskussion in der Schule. Allerdings könne sie dies für neue Jahrgänge nicht garantieren. „Die Signale aus Wiesbaden sind nicht gut“, sagt sie.

Vor etwa 150 Eltern, Lehrern und Schülern bekräftigten Vertreter aller politischen Fraktionen, sich für eine Umwandlung der JES in eine Integrierte Gesamtschule (IGS) einzusetzen. Dies ist auch zentraler Bestandteil des Schulentwicklungsplans, der einstimmig von der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet wurde.

Würde dieses Modell als Pilotprojekt der „Modellregion Integration“ genehmigt, könnte der Standort trotz der geringen Schülerzahlen vorerst bestehen bleiben – das zumindest ist die Hoffnung. Seit Jahren kämpfen Schüler, Eltern und Lehrer für den Erhalt der Schule, die in Bettenhausen mit anderen Einrichtungen eine wichtige Integrationsarbeit leistet.

Man müsse auch über neue Schulformen und Zusammenlegungen, beispielsweise mit der Offenen Schule Waldau, nachdenken, sagte Marcus Leitschuh, schulpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, im Laufe der Diskussion. Niemand werde eine Schule mit 27 neuen Schülern als IGS genehmigen.

Diesen Gedanken griff auch Andreas Ernst, schulpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, auf: „Wir brauchen ein Konzept, das den Standort und die Integration im Stadtteil sichert.“ Wolfgang Decker (SPD), Mitglied des Fördervereins der JES, appellierte an alle Fraktionen, im Kultusministerium für eine IGS zu werben.

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