Jörg Conrads "Kassel-Momente"

So bringt man auch als Hobbyfotograf einen Kalender in den Handel

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Die Orangerie in der Karlsaue - das Titelbild des Kassel-Kalenders von Jörg Conrad.

Der Kasseler Jörg Conrad fotografiert erst seit drei Jahren. Trotzdem hat er bereits seinen zweiten Kalender mit besonderen "Kassel-Momenten" veröffentlicht. "Die Natur schafft schöne Bilder" sagt der 42-Jährige. Uns verrät er, wie er ihnen den letzten Schliff gibt.

Sie haben Ihren zweiten Monatskalender mit Motiven aus Kassel veröffentlicht. Was schätzen Sie besonders an der Stadt und was fotografieren Sie am liebsten?

Jörg Conrad: Am liebsten fotografiere ich im Bergpark Wilhelmshöhe, in der Aue und bei der Drahtbrücke. Außerdem bin ich gern am Weinberg und am Frühstückstempel, wo zu jeder Jahres- und Tageszeit interessante Bilder entstehen können. Ich fotografiere hauptsächlich morgens vor der Arbeit. Zu diesem Zeitpunkt ist das Licht am schönsten und es sind nur wenige Menschen unterwegs. Mittlerweile habe ich eine dreistellige Anzahl an Bildern von Kassel in meinem Fundus. Teilweise die gleichen Motive aber jedes Bild hat seinen eigenen Reiz.

Service: Der 14-seitige Monatskalender von Jörg Conrad "Kassel - Momente" ist erhältlich in den Formaten DIN A5 Tisch, DIN A4 Wand, DIN A3 Wand und DIN A2 Wand. Der Preis liegt zwischen 18,90 Euro bis 49,90 Euro.

Als Augenoptikermeister haben Sie auch beruflich mit dem richtigen Blick zu tun. Wann haben Sie Ihr Talent für die Fotografie entdeckt?

Mein Interesse hat vor etwa drei Jahren begonnen. Ich war mit meiner Familie an der Löwenburg und habe angefangen, mit dem Handy Bilder von der Burg im Schnee zu machen, die ich dann mit viel Spaß etwas bearbeitet habe. Danach ging alles recht schnell, und ich habe mir auch eine Spiegelreflexkamera zugelegt. Allerdings würde ich mich nicht so als den klassischen Fotografen bezeichnen, der unheimlich viele Objektive und Filter hat. Bei mir liegt der Schwerpunkt definitiv in der Bildbearbeitung.

Schönes Kassel - Bilder von Jörg Conrad

Das richtige Auge für Motive ist das eine, das andere ist die Nachbearbeitung von Bildern. Mit welchen Programmen arbeiten Sie und worauf liegt hier Ihr Schwerpunkt?

Zu meinen Anfangszeiten habe ich sehr viel Zeit vor allem in die Bearbeitung der Bilder investiert. Mittlerweile, nachdem ich meinen eigenen Stil entwickelt habe, geht die Bearbeitung deutlich schneller. 

Die Grundvoraussetzungen für ein schönes Bild schafft natürlich die Natur, aber man kann ihm durch die Bearbeitung noch das besondere Etwas geben. Ein Beispiel ist das Bild vom Fridericianum mit den zwei Bäumen, die unterschiedliche Blätterfarben haben und bei dem der Boden gefroren war. Es ist ein Bild, das sehr schön den Wechsel der Jahreszeiten darstellt. 

Das Fridericianum in Kassel.

Hier habe ich mit den Adobe-Bildbearbeitungsprogrammen Lightroom und Photoshop noch ein wenig an der Intensität der Farben gearbeitet. Außerdem wurde die Stimmung im Bild noch ein wenig durch die Anpassung des Kontrastes und der Belichtung verändert.

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Sie arbeiten mit der Plattform Calvendo. Was ist der Vorteil eines solchen Print-on-Demand-Anbieters, wie sind Ihre Erfahrungen?

Der Calvendo Verlag ist eine gute Möglichkeit für Hobbyfotografen, ohne eigene Kosten eigene Kalender zu erstellen und zu veröffentlichen. Man reicht seine Entwürfe ein und der Verlag entscheidet dann, ob der Kalender Potential hat oder nicht. Außerdem gibt es noch Verbesserungsvorschläge von der Jury des Verlags, der sich um alles Weitere kümmert: ISBN Nummer, Veröffentlichung, Vertrieb. Man kann dabei kein großes Geld verdienen, aber es geht ja auch mehr darum, dass es Spaß macht.

Welchen Tipp können Sie anderen Hobbyfotografen mit auf den Weg geben?

Ein Tipp für andere Hobbyfotografen ist: einfach alles ausprobieren! Wenn einem ein Bild gefällt, dann sollte man sich nicht von anderen beeinflussen lassen - was ja im Zeitalter von Facebook & Co schnell passieren kann. Irgendwann entwickelt man automatisch seinen eigenen Stil. 

Außerdem sollte man nicht nur auf Augenhöhe fotografieren, sondern auch einmal die Perspektive wechseln, also zum Beispiel die Kamera in Bodennähe bringen. 

Es ist auch immer gut, dem Bild eine dreidimensionale Art zu geben, indem man den Vordergrund hervorhebt, wie beim Foto der Drahtbrücke mit den Ästen im Vordergrund.

Die Kasseler Drahtbrücke.

Sie arbeiten viel mit intensiven Farben, Schwarz-Weiß-Fotografien hingegen entdeckt man auch auf Ihren sozialen Profilen wenig. Warum?

Da ich gerne farbintensive Bilder mag ist Schwarz/Weiß kein Thema für mich bzw. macht mir auch nicht wirklich Spaß.

Zur Person: Jörg Conrad

Jörg Conrad

Jörg Conrad ist 43 Jahre alt und wohnt im Kasseler Stadtteil Harleshausen. Er ist verheiratet und hat eine Tochter. Mit der Fotografie hat der Augenoptikermeister 2014 begonnen. Seine Kamera ist eine Nikon D5100, aber auch mit dem Handy gelingen ihm interessante und stimmungsvolle Bilder, die er dann nachbearbeitet. Dabei liegt sein Schwerpunkt darauf, die im Bild eingefangene Stimmung durch Veränderung der Farbgebung herauszuheben.

Offizielle Webseite | Facebook | Instagram

So funktioniert Calvendo

Nach einer Registrierung bei Calvendo bietet ein Online-Editor Werkzeuge und Layout-Vorlagen für die Gestaltung von Kalendern. Jeder Schritt, vom Bildupload über das Layout bis zur Produktbeschreibung, wird von Anleitungen begleitet.

Ist der Kalender fertig gestaltet, prüft eine Jury das Werk und entscheidet, ob es veröffentlicht wird. Einzelne Bilder können dabei auch als Leinwand und/oder Puzzle in das Verlagsprogramm aufgenommen werden. Die Bildrechte bleiben bei den Fotografen.

Fertige Produkte erhalten eine eigene ISBN oder EAN (Globale Artikelidentifikationsnummer) und werden weltweit gelistet und vertrieben. Die Produktions- und Vertriebskosten übernimmt der Verlag. Für jedes verkaufte Exemplar erhält der Fotograf ein Honorar, das bis zu 30 Prozent der Einnahmen ausmacht.

Calvendo: Fragen und Antworten

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