4,2 Millionen Euro

Mercedes-Benz-Werk Kassel investiert in Blockheizkraftwerk 

Verlötet und eingemauert: Jürgen Tirann (von links), Hermann Doppler, Ludwig Pauss und Marc-Maria Bonzel versenkten beim Richtfest des neuen Blockheizkraftwerks im Mercedes-Benz-Werk eine Zeitkapsel. Foto: Konrad

Rothenditmold. Das Mercedes-Benz-Werk Kassel hat 4,2 Millionen Euro in den Bau eines Blockheizkraftwerks (BHKW) investiert. „Mit dem Bau der neuen Anlage werden wir unseren Grundbedarf an Energie selbst erzeugen“, sagte Werksleiter Ludwig Pauss.

Zusammen mit Hermann Doppler, Leiter der Produktion der Lkw-Antriebsstränge, Jürgen Tirann, Leiter des Technischen Service im Werk Kassel und Werksarchitekt Marc-Maria Bonzel versenkte er beim Richtfest am Freitag eine Zeitkapsel im Fundament.

Herzstück der Anlage sind zwei Erdgas-Generatoren. Sie erzeugen zusammen für den Strom- und Wärmebedarf 2000 kW elektrische als auch 1700 kW thermische Leistung. Pro Jahr werden hier laut Bonzel 6500 Tonnen Kohlendioxid eingespart. „Mit dem BHKW gelingt der Spagat zwischen Produktivität, Kosteneinsparung und Umweltschutz“, sagte Pauss.

Die beiden Generatoren sind in einem Gebäude mit einer Grundfläche von 650 Quadratmetern auf dem Gelände des Achswerks in Rothenditmold installiert. Das Gebäude steht auf mehr als 50 bis zu 14 Meter langen Stahlbetonstützen. Für den Bau, der im Mai begann, wurden laut Bonzel Fertigbau-Elemente verwendet, die für eine besondere Stabilität sorgen. Im Januar 2013 soll das Kraftwerk in Betrieb gehen.

Keine Transformatoren

Nach den Angaben von Arne Hofmeister von der Technik-Abteilung erfolgt die Einspeisung des Stroms direkt im Mittelspannungswerk. Dadurch seien keine Transformatoren notwendig, was wiederum die Energieeffizienz erhöhe. Auch an den anderen Nutzfahrzeuge-Standorten, im Motorenwerk in Mannheim und im Getriebewerk im badischen Gaggenau, wird die Energie in eigenen Blockheizkraftwerken erzeugt.

Im Kasseler Werk ist die Investition in das BHKW nach den Angaben des Unternehmens ein weiterer Schritt in eine umweltverträglichere Produktion. In den vergangenen Jahren seien bereits mit dem Bau der Kathodischen Tauch-Lackieranlage der Wasserverbrauch und die Emission von Lösungsmitteln deutlich gesenkt worden.

Im Mercedes-Benz-Werk in Kassel sind 2900 Mitarbeiter beschäftigt. Sie produzieren durchschnittlich 2300 Achsen für die Nutzfahrzeuge pro Tag. Im vergangenen Jahr verließen insgesamt 520 000 Achsen das Werksgelände. Der Jahres-Umsatz betrug 2011 in Kassel 900.000 Millionen Euro. Etwa 60 Millionen Euro investiert das Unternehmen nach eigenen Angaben pro Jahr in Produkte und in die Produktion. (mkx)

Von Mirko Konrad

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