1. Startseite
  2. Kassel

Ein Asta in der Krise: Studentische Hochschulpolitik leidet unter Nachwuchssorgen

Erstellt:

Von: Katja Rudolph

Kommentare

Die neue Asta-Spitze: vorne Lars Schäfer (unabhängig) und Sebastian Ehlers (Grüne), hinten Richard Finger und Daniel Seitz (beide Marxistischer Studierendenbund).
Die neue Asta-Spitze: vorne Lars Schäfer (unabhängig) und Sebastian Ehlers (Grüne), hinten Richard Finger und Daniel Seitz (beide Marxistischer Studierendenbund). © Katja Rudolph

Drei Monate bis zur Wahl, vier verschiedene hochschulpolitische Partner: Der neue Asta der Uni Kassel hat einige Besonderheiten. Wir stellen die gerade ins Amt gekommene Studierendenvertretung und ihre Ziele vor.

Kassel – Es war eine schwere Geburt: Ein Vierteljahr nach den studentischen Hochschulwahlen im Sommer gibt es einen neuen Asta. So lange hat es gedauert, bis die insgesamt neun Listen, die angetreten waren, sich geeinigt hatten. Die gesamte Wahlperiode beträgt dabei nur ein Jahr. Der neue Asta wird von vier Listen gestellt: Neben der Grünen Hochschulgruppe, die als stärkste Kraft aus den Wahlen hervorgegangen war, sind der Marxistische Studierendenbund (MSB) sowie die Listen „Verbesserung der Studienbedingungen“ und „MENA-Hs“ beteiligt. Eine Koalition mit vier Partnern gab es in der Geschichte der Kasseler Studierendenvertretung noch nie.

„Politische und persönliche Differenzen“ hätten die Verhandlungen erschwert, sagt Sebastian Ehlers (Grüne), der zusammen mit Richard Finger, Daniel Seitz (beide MSB) und Lars Schäfer (unabhängig) nun den vierköpfigen, gleichberechtigten Asta-Vorstand stellt. Hauptproblem bei der Bildung des Asta sei jedoch der Personalmangel in der Hochschulpolitik. Durch das Online-Studium in der Coronazeit und den wachsenden finanziellen Druck seien derzeit kaum Studierende bereit oder in der Lage, Verantwortung zu übernehmen. Selbst das passive Wahlrecht übten nur 8,5 Prozent aus.

Auch aus der Sorge heraus, dass der studentischen Selbstverwaltung sonst Einschnitte drohen, rauften sich die wenigen Willigen schließlich Anfang Oktober zusammen. „Wir sind schon ein disruptiver Asta, aber vereint in dem Willen, für die Studierenden etwas zu erreichen“, sagt Ehlers. Neben dem Ziel, die Studierendenschaft stärker zur hochschulpolitischen Teilhabe zu animieren und mehr Öffentlichkeit für die Arbeit des Asta herzustellen, hat der neue Vorstand vor allem die hohen Belastungen im Blick, die auf Studierende zukommen. Unter anderem ist eine „Küche für alle“ mit kostenlosen Mahlzeiten im Studierendenhaus in Planung, sagt Richard Finger. „Wir werden dafür kämpfen, dass die Studierenden durch den Winter kommen, ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen haben.“ (Katja Rudolph)

Auch interessant

Kommentare