Christina und Werner Bauckloh bieten Unterricht an

Ein Ehepaar macht Kassels Schüler fit im Schach

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Beobachten die Schüler: Werner und Christina Bauckloh (hinten) leiten Schach-Arbeitsgemeinschaften an mehreren Schulen in Kassel, wie im Goethe-Gymnasium II.   

Kassel. Während es in der Schule nicht immer ruhig zur Sache geht, herrscht bei den Baucklohs höchste Konzentration. In den Schach-AG’s, die das Ehepaar an fünf Kasseler Schulen anbietet, hören die Kinder gerne zu und haben Spaß daran, alles über das „Spiel der Könige“ zu lernen.

Seit 2003 bieten Werner und Christina Bauckloh den Schachunterricht an. Zurzeit sind sie an fünf Schulen tätig. Besonders mit der Montessori-Schule sind die Baucklohs erfolgreich. Die vergangenen drei Jahre konnte die Schule mit der Schach-AG immer den hessischen Schulschachpokal gewinnen und wurde dieses Jahr auch Hessenmeister im Ligabetrieb. „Aber natürlich haben die anderen Schulen, die wir betreuen, auch alle super Schüler“, sagen die Baucklohs.

Angefangen hat die Leidenschaft für den Schachsport bei Werner Bauckloh schon früh. Geboren in Düsseldorf, trat er bereits mit sieben Jahren in einen dortigen Schachverein ein. Nach einigen Jahren zog er nach Kassel, wo er mehrfach Stadtmeister wurde. „Schach ist nicht nur ein Spiel, sondern ein Sport. Es fasziniert mich, dass man beim Schach kleinste Ideen verwirklichen kann, die dann zum Sieg führen können“, erklärt der 72-Jährige. Gute Schachspieler seien auch im Beruf erfolgreicher. „Durch ihre strategischen Kenntnisse und die Fähigkeit, Pläne zu entwickeln, haben Schachspieler auch öfters Vorteile bei Bewerbungen“, meint Bauckloh, der über 150 Schachbücher besitzt. Mittlerweile spiele er aber kein Vereinsschach mehr. „Das würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen.“

In Kassel lernte Bauckloh seine Frau Christina kennen. Die 64-Jährige ist bei den AG’s vor allem für die Organisation zuständig. „Meine Frau ist eine gute Pädagogin“, sagt Bauckloh und lacht. Sie könne gut mit den Kindern umgehen, während er hingegen für die Theorie des Schachspiels zuständig ist. „Wir ergänzen uns prima und sind ein eingespieltes Team“, sagt Christina Bauckloh. Zu den Schachangeboten kommen viele Schüler, teilweise spielen über 20 Kinder bei den Baucklohs Schach. Neben der Montessori-Schule kooperieren auch das Goethe-Gymnasium, die Albert-Schweitzer-Schule, die Grundschule Harleshausen und die Freiherr-vom-Stein Schule in Immenhausen mit dem Ehepaar.

Interessenten willkommen

Bei Interesse können Schüler oder Eltern in der jeweiligen Schule die Termine der AG erfragen. „Wir freuen uns über jedes neue Gesicht, was zu unseren Schachstunden erscheint und mitspielt“, sagen die Baucklohs.

Tipps und Tricks vom Vereinsspieler 

Niclas Hofmann

Mit ein wenig Übung, Regelkunde und Spielpraxis kann jeder im Schach erfolgreich sein – das ist die Überzeugung von Niclas Hofmann (Bild). Der Kasseler, der sein Abitur am Friedrichsgymnasium absolvierte und mittlerweile in Berlin lebt, spielte im Schachverein SVG Caissa Kassel und peilt seinen ersten Titel an. Für die HNA erklärt er die Grundregeln und einige Spielzüge.

Grundregeln

Die Springergabel

 Auf einem Spielbrett mit acht mal acht Feldern stehen sich weiße Figuren den Schwarzen gegenüber. Neben acht Bauern besitzen beide Spieler jeweils zwei Türme, zwei Läufer und zwei Springer sowie eine Dame und einen König. Die Figuren dürfen unterschiedlich viele Felder in unterschiedliche Richtungen ziehen und können andere Figuren schlagen. Weiß beginnt. Ziel des Spiels ist es, den gegnerischen König matt zu setzen. Dazu muss der König auf seinem und allen Feldern, auf die er ziehen könnte, von einer Figur geschlagen werden können. Die Figuren Jeder Bauer darf pro Zug jeweils ein Feld geradeaus ziehen. Wenn ein Bauer das erste Mal gezogen wird, darf dieser auch zwei Felder ziehen. Sie dürfen nicht rückwärts gezogen werden und können gegnerische Figuren nur diagonal Schlagen. Die Türme können beliebig viele Felder senkrecht und waagerecht ziehen. Die Läufer bewegen sich beliebig viele Felder, aber dafür diagonal. Der Springer bewegt sich in einer „L“-Form, zwei Felder in eine und ein Feld in eine andere Richtung. Dabei kann erals einzige Figur über andere Figuren springen. Die Dame besitzt alle Freiheiten. Sie kann beliebig viele Felder in alle Richtungen ziehen. Der König kann nur ein Feld ziehen, dafür aber in alle Richtungen. 

Die Gabel

Die Fesselung

Die Gabel bezeichnet im Schach einen Doppelangriff auf zwei oder auch mehrere Figuren, bei der garantiert eine Figur des Gegeners geschlagen wird. Man unterscheidet verschiedene Gabel-Typen. Bei der Bauerngabel greift beispielsweise ein Bauer zwei Figuren an und ist in der Regel selbst durch eine Figur gedeckt. Der Gegner kann nur eine der angegriffenen Figuren wegziehen. Bei der Springergabel hingegen greift der Springer mehrere Figuren an. Der Gegner kann auch hier wieder nur eine Figur wegziehen. Greift der Springer zusätzlich den König an, spricht man vom „Familienschach“ (siehe Grafik). Da der König aus dem Schach heraus muss, kann der Gegner keine seiner beiden angegriffenen Figuren wegziehen. 

Die Fesselung 

Ein weiteres beliebtes Schachmotiv ist die Fesselung. Wenn der schwarze Spieler eine Spielfigur vor seinen König zieht, kann der weiße Spieler seinen Turm – oder eine andere Figur – so ziehen, dass Schwarz im Schach stehen würde, wenn Schwarz die Figur vor dem König ziehen würde (siehe Grafik). Auf diese Weise können Figuren des Gegners geblockt und am Ziehen gehindert werden, was neue Taktiken im Spiel ermöglicht. Die Figuren können nicht nur an den König „gefesselt“ werden, sondern auch an andere Figuren. Sollte Schwarz beispielsweise einen Springer vor seine Dame setzen, könnte Weiß den Springer mit einem Turm „fesseln“. Wenn Schwarz den Springer wegzöge, könnte Weiß die Dame schlagen. 


Das Schäfermatt

Das Schäfermatt

Schachspiele können unter Umständen recht lange dauern. Sollte die Zeit für eine Partie mal knapp werden, kann das Schäfermatt eine Option sein. Wenn der Bauer auf dem Feld e2, vor dem König, gezogen wird, können die Dame und der Läufer bewegt werden. Jetzt ziehen Sie die Dame auf das Feld h5 und dann den Läufer auf das Feld c4 (siehe Grafik). Wenn der Gegner diese Felder nicht rechtzeitig angreift und das Schäfermatt nicht erkennt, droht nun das Matt. Beide Figuren greifen jetzt den schwarzen Bauern auf Feld f7 an. Schlägt die Dame und wird das Feld f7 nicht rechtzeitig gedeckt, ist der König matt und das Spiel ist in weniger als fünf Minuten gewonnen. Viel Spaß beim Ausprobieren und viel Erfolg im Spiel.

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